KG-CHIRURGIE            




CHIRURGIE:          Teilgebiet der Medizin welches die manuellen
                    Heilmethoden umfaßt. 
                    Operation,Wundversorgung

deutsch:            Ausübung einer Kunst



TRAUMALOGIE:        Lehre von der Behandlung von Gewalteinwirkungen
                    auf den Körper von außen oder innen




PRÄOPERATIVE        isometrische Übungen, Kreislauftraining, 
MAßNAHMEN           Atemtherapie

                    besonders für ältere Menschen:

                    Trombose Prophylaxe
                    Decubitus Prophylaxe => Steißbein, Fersen, Ellbogen,
                                            Schulterblätter, Hinterkopf 
                    Pneumonie



                    



                              FRAKTURLEHRE


FRAKTUR = Zusammenhangstrennung  des Knochens unter direkter oder indi-
          rekter Gewalteinwirkung, welche die Elastizitätsgrenze  des 
          Knochens überschreitet . Es führt zu zwei oder mehreren
          Fragmenten  die durch den Frakturspalt  von einander getrennt
          sind.

          direkt = Stoß

          indirekt = drehen, Kettenreaktion



                 BEI EINER FRAKTUR BETROFFENE STRUKTUREN


1) PERIOST   : durchtrennt, abgelöst
2) KARTIKALIS: durchtrennt
3) ENDOST    : durchtrennt, disloziert
4) GEFÄßE    : durchtrennt, disloziert

5) Verletzung der benachbarten Strukturen: Gefäße, Nerven, Haut, 
                                           Muskeln, Sehnen




                          FRAKTURSONDERFORMEN  


GRÜNHOLZFRAKTUR     ohne Verletzung der Knochenhaut(Periost)
                    nur bei Röhrenknochen
                    nur bei Kindern
                    nur im Röntgenbild zu sehen
                    keine Fehlstellung


FISSUREN            kleine Risse, Spaltbildung im Knochen ohne voll-
                    ständige Zusammenhangstrennung
                    keine Achsenabknickung
                    keine Verschiebung der Frakmente
                    (Grünholz mit Periostverletzung)


SPONTANFRAKTUR      Fraktur ohne adäquates Trauma
                    (ohne entsprechende Gewalteinwirkung)
                    z.B. bei Osteoporose, durch Sarkom
                    (Metastaseneinlagerung)
                    Marschfraktur(Ermüdung, einseitige Belastung)




                               KNOCHENMARK


Kinder:  rötlich, blutbildend

Erwachsene:  gelblich, milchig, Fettmark



                  ALLGEMEINE AUSWIRKUNGEN VON FRAKTUREN


1. Schock

- durch Schmerz
- durch großen Blutverlußt (auch durch Hämatome)

==> niedriger Blutdruck, schwacher und hoher Puls 


2. Fettembolie

- große Röhrenknochen gebrochen
- große Verletung der Weichteile

==> Gefahr für Herz, Hirn und Lunge  2.- 6. Tag nach Fraktur



             SPEZIELLE, ÖRTLICHE AUSWIRKUNGEN VON FRAKTUREN                    


1. Blutgefäße

- reißen => Hämatom => Nerven, Organe, Gefäße, Muskeln, Sehnen,
                       Bänder können gequetscht werden
                    => Nervenirritation
                    => Durchblutungsstörungen
                    => Nekrosen (Muskelsterben)
- verlegt
- gequetscht



2. Muskulatur    (vernarbt immer bindegewebig)

- Zerrung              Kontraktur durch Schmerzen, Narben
- anreißen             reflektorische Verkürzung durch Frakturen
- quetschen





3. Nerven

- nah am knochen (N. ulnaris am Ellbogen)
                 (N. peronaeus am Wadenbeinköpfchen)
                 (N. radialis Mitte Oberarminnenseite)

quetschen durch

innere Gewalt                            äußere Gewalt

- Hämatome                               - Lagerung
- Fragmente                              - Gips
                                         - Gewalt


4. Sehnen

- am Knochenansatz ausreißen


5. Haut

Verletzung innen                                außen
durch Knochen                                   durch Gewalt

geschlossene Fraktur  => Haut intakt

offene Fraktur        => Haut beschädigt

1. Grad: kleine Hautverletzung ohne große Schädigung der Umgebung      
2. Grad: ausgedehnte Hautverletzung, geringe Schädigung der Umgebung
3. Grad: ausgedehnte Eröffnung der Haut, massive Schädigung der
         umliegenden Strukturen





















                          EINTEILUNG DER KNOCHEN


1) Nach Art der Gewalteinwirkung

2) Nach Anzahl der Fragmente

3) Nach verlauf der Bruchlinien

4) Nach Lokalisation der Fragmente

5) Nach Dislokation (Verschiebung) der Fragmente


zu 1) indirekte und direkte

      a) Biegungsfraktur (meißt Unterschenkel)
         
         Konvexseite => Einriß
         Konkavseite => bildet sich ein Biegungskeil

      b) Torsionsfraktur (Unter- oder Oberschenkel)

         Verdrehung des Knochens in sich selbst
         es kann auch zusätzlich eine Biegung auftreten
         schnelle Drehung => steile Frakturlinie
         langsame Drehung => flache Frakturlinie
         
         Torsion in beide Richtungen ==> Butterflyfraktur  
      
      c) Abscherfraktur

         Fraktur an der Grenze zwischen einem abgestützten
         und einem nicht abgestütztem Körperteil
         Verschiebung gegeneinander

         Flake Fraktur  ==> OSG Luxationsfraktur
                            Fraktur der Fibula (Wadenbein)
                            + Luxation (Ausrenkung) des OSG

      d) Kompressionsfraktur

         meißt an spongiösen (schwammigen) Knochen
         z.B. Wirbelsäule, Calcaneus (Ferse), Tibiakopf (Schienenbein)

         Depression => Teil bricht ab
         Impression => es bildet sich ein Loch

         Kompressionsfrakturen der Wirbelsäule werden nicht operiert
         (zwei Wirbel zerquetschen den dazwischenliegenden Wirbel)





zu 2)    a) einfache Fraktur       =>  2 Fragmente

         b) Mehrfragmentfraktur    =>  mehr als 2 Fragmente

         c) Trümmerfraktur         =>  mehr als 6 Fragmente
            - Berstung
            - Trümmerzone



zu 3)    siehe Zeichnung

         - Querfraktur 
         - Längsfraktur
         - Schrägfraktur
         - Biegungsfraktur
         - Torsionsfrakur (Spiralfraktur)
         - Mehrfragmentfraktur
         - Trümmerfraktur
         - Defektfraktur



zu 4)    siehe Zeichnung
         
         Beispiel Oberschenkel, gilt auch für andere Knochen

         1) mediale      Schenkelhalsfraktur       
         2) intermediäre Schenkelhalsfraktur
         3) laterale     Schenkelhalsfraktur

         4) pertrochantäre Fraktur (durch den Trochantapunkt)
         5) subtrochantäre Fraktur (unter dem Trochantapunkt)

         6) proximale Oberschenkelfraktur (körpernah) 
         
         7) Fraktur des Oberschenkelschaftes (mittleres Drittel des OS)

         8) distale Oberschenkelfraktur (körperfern)

         9) supracondyläre Oberschenkelfraktur (oberhalb der Condylen)












                          ZEICHEN EINER FRAKTUR


sichere Zeichen                         unsichere Zeichen

- sichtbare Fragmente                   - Schwellung
- Achsenfehlstellung                    - Blutung/Wunde
- Röntgenbild (2 Ebenen)                - Temperatur
- abnorme Beweglichkeit                 - Röte
- Krepitation (Knirschen/Knarren)       - Schmerz
                                        - Bewegungseinschränkung



                               FRAKTURHEILUNG                                                                    

Vorraussetzung:   - absolute Ruhigstellung
                  - ausreichende Vaskularisierung
                    (Ernährung durch genügende Gefäße)
                  - keine Infektion



HEILUNGSFORMEN

1) Primäre Heilung  ==> Kontaktheilung => p.p. per priman

   z.B. Grünholzfraktur, Fraktur ohne Dislokation
        nach exakter Reposition

   direktes Zusammenwachsen

   Osteone = in Längsrichtung wachsende Knochenstruktur

   keine Callusbildung => bindegewebige Narbe


2) Sekundäre Heilung  ==> Spaltheilung => p.s. per secundan

   z.B. dislozierte Frakturen, reponiert aber kleiner Spalt

   Heilung über Callusbildung 

   Die Gefäße die in den Spalt ragen heißen Haversche Kanäle










Frakturhämatom
         '
         '
         '
         '
Invasion von Bindegewebszellen
         '
         '              Monozyten des Blutes
         '              Retikulumzellen des Knochenmarks
         '              Endotelzellen der Kappilaren
         '
Bindegewebiger Kallus
         '
         '              Induktion
         '              Umwandlung der Bindegewebszellen in Osteoblasten
         '
Geflechtsknochen (Fixationskallus)
         '
         '              regellose, netzförmige Knochenbälckchen
         '
         '              durch mechanische Einflüsse
         '
Differenzierung
         '
         '              Ausrichten der Strukturen
         '              waagerecht/senkrecht je nach Belastung
         '
      Heilung

                        durch organotypische Regeneration
                        Einlagerung von Salzen


Primär- und Sekundärheilung können zusammen stattfinden

ÜBLICHE ZEIT DER HEILUNG 6-9 MONATE


                           STÖRUNG DER HEILUNG


1) Osteitis  
   Infektionen

2) mechanische Einflüsse -> Pseudarthrose (keine Heilung nach 9-12 Mon.)




                         BEHANDLUNG DER FRAKTUREN



PRINZIPIEN

I)   REPOSITION
II)  RETENTION
III) REHABILITATION


I) Reposition nur vom Arzt
   immer in lokaler Betäubung um Muskulatur zu entspannen
   immer unter Röntgen-Kontrolle, Dauerextension zur Muskeldehnung

II) Retention => Fixation, Ruhigstellung der Fraktur
    a) konservativ (Gips)
    b) operativ

Konservativ:

1) Gipsverbände
   - Gipsschalen              Gips immer hoch lagern
   - Gehgips
   - Gipstutor                Beine bei Herzpatienten nicht hoch lagern
   - Liegegips
   - Beckenbeingips           Schuhausgleich wenn lange Gehgips
   - Knüppelgips

   Vorteile Gips
   - kein Eingriff => keine Osteitis

   Nachteile Gips
   - Drucklähmung (Nervenquetschung am Tibiakopf bei Unterschenkelgips)
   - Durchblutungsstörungen => Morbus Sudeck
   - Muskelatrophie => schlecht Ruhigstellung
   - Kapselschrumpfung
   - Nach langer Zeit brüchige Knochen
   - Sehnen-, Muskelkontraktur




2) Schienen (siehe Buch Bd. 6)

   - Derotationsschiene (Bandverletzungen Knie)

     Grad der Flex und Ext kann eingestellt werden
     keine Rotation im Knie

   => sofort 15 Kg Belastung
   => keine Atrophie, keine brüchigen Knochen

Beispiel: Gips               3 Wochen
          Derotationsschiene 6 Wochen mit 15 Kg
          Nach 9 Wochen      30-40-50-60 Kg langsam steigern


3) Elastische, ruhigstellende Verbände

   - Rucksackverband (Clavicular Fraktur)
   - Desault-Verband => Oberarm am Körper, Unterarm 900 Flex
     (Oberarmkopffraktur, Oberarmschaftfraktur)
   - Hüttenbergweste => Desault mit Reißverschluß und Luftkissenschiene
     => Möglichkeit des passiven Bewegens gegen Kapselschrumpfung
                           




4) Draht- und Dauerextensionen

   - Dauerzug mit gleichzeitiger Ruhigstellung
     Der Zug der Extension greift immer am distalen Fragment an
     => Streckverbände

   Anwendung: - als alleinige Fraktubehandlung (dislozierte Fraktur)
              - als vorbereitende Maßnahme vor OP (oft bei SHF)


   Typische Extensionsstellen: - calcaneus
                               - Tuberositas tibiae
                               - supracondyläre Oberschenkel
                               - Schädeldach


   Nachteile: - Infektionsgefahr an der Einschußstelle
              - feste Bettlägerigkeit
              - absolute Ruhigstellung nicht möglich

                OPERATIVE BEHANDLUNG VON FRAKTUREN                     

=> Osteosynthese-Verfahren nach der AO (Arbeitsgemeinschaft
                                        Osteosynthese)

Sinn: Kompression auf die Fraktur bringen

a) extramedulär => außen am Knochen mit Platten, Schrauben

b) intramedulär => innen im Knochen mit Marknagel


Vorteile:  - genaue Reposition
           - erhöhte Stabilität
           - frühes postoperatives Bewegen

Nachteile: - Infektion
           - Materialunverträglichkeit
           - Materialwanderung
           - Narbe
           - 2. OP zur Entfernung


    EXTRAMEDULÄRE



1) Übungsstabile Osteosynthese
2) Belastungsstabile Osteosynthese
3) nicht Übungstsabile Osteosynthese

zu 1) a) Schraubenosteosynthese
         - Spongiosaschraube  => Gewinde nur an der Spitze
         - Kortikalisschraube => Komplettes Gewinde    

      b) Plattenosteosynthese
         - Kompressionsplatte => ovale Löcher
         - Winkelplatte       => Schenkelhalsfraktur

      c) Zuggurtungsosteosynthese
         mit Draht 8-förmig um Patella/Olecranon

      d) Fixateur extern
         2 - 3 dimensionale Verstrebung der Fragmente über perkutan
         eingebrachte Nägel und Schrauben


    INTRAMEDULÄR



Marknagel => innere Schienung => Belastungsstabil

 PRINZIPIEN DER BEHANDLUNG



                            Indikationen


nicht Übungsstabile   Irradiation (z.B. über andere Extremität)   
      Osteosynthese   Isometrie
                      Durchblutungsförderung
                      Rückstromförderung
                      Schulen der restlichen Muskulatur
                      z.B. um auf UGS gehen zu können
                      (Latissimus, Pectoralis, Triceps)
                      Anleiten zum Selbstüben
                      Schulen der Wahrnehmung


bedingt Übungsstabile Arbeiten gegen die Schwerkraft erlaubt
        Osteosynthese Beschränkungen werden vom Arzt angegeben
                      Isometrie
                      exzentrische Muskelarbeit


Übungsstabile         aktives Bewegen in allen Ebenen
Osteosynthese         PNF
                      funktionell arbeiten (alle Funktionen des
                      Muskels bedenken)
                      bis Muskelwert 3 ohne Wiederstand
                      Durchschwunggang
                      Dreipunktegang
                      Bewegungsbad


Belastungsstabile     Belastung langsam steigern
Osteosynthese         3-Punkte-Gang
                      3-Punkte-Schnellgang (Teilbelastung)
Zementfreie TEP       4-Punkte-Gang
immer 3 Monate        2-Punkte-Gang
15 KG                 immer 2 Stützen nie nur eine
                      üben mit distalem Wiederstand entsprechend
                      der erlaubten Teilbelastung
                      Laufen ohne UGS nur wenn kein Hinkmechanismus


- Hilfsmittel wählt der Krankengymnast
- auf Gangbild achten
- frühe Eisbehandlung
- keine Wärme oder Massage nach der Operation
- Übungsstabile Osteosynthese keine Ruhigstellung von außen
- nicht Übungsstabile Osteosynthese immer wieder in Schiene zurück
            

    MORBUS SUDECK

              Sudecksche Dystrophie (Mangelernährung)


Neurogene, durch Inaktivität potenzierte, entzündliche Durch-
blutungsstörung des Bewegungsapparates

- erst ab ca. 40 Jahre
- ca. 4 Wochen nach gelenknahem Trauma (bis 8 Wochen) 
  an Knochen/Weichteilen

Mögliche Ursache: Nervenirritation => verminderte Ernährung
                                      und Durchblutung

kann auch auf psychosomatischer Grundlage entstehen

Anzeichen:        - Entzündung nach Trauma geht nicht zurück
                  - hormonelle Entgleisung

gehäuftes Auftreten nach mehrfacher Reposition

Therapie:         - Prophylaxe =>Arme, Beine bewegen
                  - nur einmalige, schonende Reposition
                  - Hochlagern
                  - Medikamente (Entzündungshemmende, 
                                 Schmerzlindernde,
                                 Entwässerungsmittel)

Betrifft hauptsächlich Hand + Finger / Fuß + Zehen

im Röntgenbild ist eine Entmineralisierung der Knochen 
sichtbar (Glasknochen)



Stadium:  1 - akut
          
          2 - subakut

          3 - chronisch


Stadium 1 - akut:     spontane Schmerzen, Rötung, Schwellung
                      Erwärmung, Schmerzen (brennende)nehmen
                      bei Bewegung zu, dunkelrote Haut
                      glatte+glänzende Haut
                      keine Röntgenologische Veränderungen

Therapie:             Ruhigstellung, Durchblutung fördern durch
                      Bewegen anderer Gelenke
                      physikalische Therapie


Stadium 2 - subakut:  2-4 Monate nach akutem Stadium 
                      Entzündung wird chronisch
                      Durchblutung stark vermindert 
                      Stoffwechselstörung
                      Haut bleibt glänzend
                      Nägel brüchig, verhornt, wachsen nicht
                      massive Bewegungseinschränkung durch Kapsel-
                      schrumpfung
                      Cyanose => bläuliche bis graue Verfärbung
                      der Haut
                      Schmerz nur bei Belastung/Bewegung
                      Haut wird kühler
                      Schweiß- und Talgsekretion ist vermindert
                      Muskulatur völlig atonisch
                      Röntgenbild: fleckige Entkalkung

Therapie:             Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit
                      noch möglich, keine Medikamente mehr
                      KG sehr vorsichtig
                      Extrem vorsichtig dehnen
                      Beschäftigungstherapie


Stadium 3 chronisch:  absolute Knochenatrophie (Glasknochen)
                      Schmerzen nehmen ab
                      Haut blass bis cyanotisch
                      Rest normalisiert sich
                      wenig Muskulatur
                      Finger in Funktionsstellung (leichte Flexion)

Therapie:             Wiederherstellung nicht mehr möglich
                      Schienenversorgung
                      Quengelverband zur Dehnung
                      Beschäftigungstherapie
                      KG
                      Umschulung



 GEHEN MIT HILFSMITTELN


Indikationen

- entlasten
- teilbelasten
- Unsicherheit/Angst
- Hinkmechanismen verhindern
- Schmerzen

Formen von Hilfsmitteln

- Rheumastöcke (anatomischer Handgriff)
- Rheumaunterarmstützen
- Unterarmstützen
- Stöcke
- Achselstützen (Nerveneinklemmung möglich)
- Gehwagen (mit/ohne Achselstützen)
- Dreipunkte/Vierpunktestock
- Deltarad (Esel)
- Arthrodesenstuhl (Rehabilitationsmaßnahme)
- Gehgestell (reziprok/normal)
- Rollator (vorne Rad, hinten Stützen)

Instruktionen

- Blick nach vorn (nicht nach unten) Fixpunkt geben
- Handgelenke gerade, nicht einknicken, leichte Ellbogen Flex
- nicht absacken, reinhängen, Brustbein nach oben schieben
- immer zur Operationsseite aufstehen
- feste Schuhe, keine Hausschlappen
- Bauchgurt/Bademantelgürtel benutzen => kurzzeitig

Treppe

- hoch zu erst das gesunde Bein
- runter erst das kranke Bein
- wenn möglich mit Geländer gehen
- immer unter dem Patienten stehen
- keine Rolltreppen benutzen

Im Schwimmbad, beim Duschen Stützen immer gerade aufsetzen, beachten
daß die Stützen sich festsaugen können. ==> Patient immer begleiten

Gangarten

- Durchschwunggang (leichte Flex Knie und Hüfte
- 2-Punkte Gang    (Stütze und Fuß gleichzeitig)     0 - Belastung
- 4-Punkte Gang    (erst Stütze dann Fuß)         voll - Belastung
- 3-Punkte Gang    ( beide Stützen und krankes Bein) Teilbelastung    

Erarbeiten der Teilbelastung auf einer Personenwaage  
 DER PHYSIOLOGISCHE GANG



- Standbeinphase  ==> belastet      ==> 60%

- Spielbeinphase  ==> unbelastet    ==> 40%  (Schwungbein)


    Standbein                               Spielbein

- Fersenkontakt                         - Beschleunigung
- Vorfußkontakt                         - Mittelschwung
- Mittelstand                           - Verzögerung
- Fersenablösung
- Zehenablösung


1. Abrollphase  => Fersenkontakt  - Vorfußkontakt
2. Abrollphase  => Fersenablösung - Zehenkontakt
3. Abrollphase  => Zehenkontakt   - Zehenablösung


Hinkmechanismen

- positiver Trendelenburg
- Duchenne
- Kopfhaltung


 POSITIVER TRENDELENBURG


Bei normalem physiologischem Gang steht das Standbein unter 
Abduktorischer Spannung durch die kleinen Glutaen und mit
Innenrotations Aktivität damit das Becken vorkommt

Wenn die Abduktoren zu schwach sind steht das Bein in Adduktion
=> Die Spina der Spielbeinseite hängt runter.

Bei Patienten beachten, daß
- die Abduktoren kräftig genug sind
- das Standbein stehen bleibt, nicht nach außen drehen
- Abd und I imer zusammen beüben


=> bei TEP ist die IR Komponente verboten 
   nur Isometrie erlaubt 
   Add über = Grad verboten 
   Aufpassen bei Aufstehen aus Bett



        DuchÉnne

                      (Gleichgewichtsreaktion)



Lateral      Abd Schwäche (beidseitig möglich)
             das Becken bleibt gerade, Gewicht des Oberkörpers wird 
             über das Bein mit der Schwäche verlagert wenn dieses
             Standbein ist

ventral      Ext Schwäche => M. glutaeus maximus
             Gewicht des Oberkörpers wird nach vorn verlagert
             Spina senkt sich nach vorne unten

dorsal       Flex Schwäche => M. iliopsoas, M. Tensor fascia lata
             Oberkörper wird nach hinten gebracht
             Spina steigt nach hinten oben



       KOPFHALTUNG



- nicht nach vorn
- nicht nach hinten

Reaktiver Gang ist nur möglich wenn der Patient nicht auf die Füße 
schaut => sonst aktiver, unphysiologischer Gang
    VERLETZUNGSARTEN


                             Kontusion

Prellung durch stumpfen Druck, gleichzeitig immer Quetschung,
Gewebsschädigung, sehr schmerzhaft

Kontusio cerebrae = Gehirnerschütterung

Stauchung => indirekte Wirkung auf Gelenk nach Kontusion distal

Therapie: - ruhigstellen
          - hochlagern
          - kühlen
          - röntgen
          - Eis <=> Isometrie, am nächsten Tag, Resorptionsfördernd
          - abschwellende Medikamente
          - Salben, Umschläge
          - Prellung HWS = Schleudertrauma => Manschette=>Entlastung

                             Distorsion

Überschreitung des physiologischen Bewegungsausmaßes durch
Zerrung und Verdrehung, Verletzung der Weichteile

leichte durch elastische Dehnung

schwere durch Überdehnung bis Einriß der Bänder/Muskeln

häufig => medial Knie, lateral OSG

Therapie: (schwere) - 2 bis 6 Wochen Gips
                    - sonst wie Kontusion

                             Bandruptur

Durchriß eines Gelenkbandes, geringster Widerstand des Bandes am 
Knochen

Therapie: - bei Abriß vom Knochen => fixieren mit Schraube
          - Riß in der Mitte      => Naht mit Katzendarm
          - bei OP                => 2 wochen Liegegips
                                     6 Wochen Gehgips (Springstiefel)
          - konservativ mit Gips

Häufigkeit: - OSG lateral => 6 Wochen keine PFlex
            - Kniekreuzbänder, med. Band => 6 Wo Gips, 4 Wo Derotsch.
            - Fingergelenke
            - Ellenbogengelenk
            - Schultergelenk

=> Röntgen - gehaltene Aufnahme 
                              Luxation

Verrenkung, Kontakt der Gelenkflächen ganz oder teilweise zerstört,
es wird immer der distale Körperteil als luxiert bezeichnet

Subluxation           teilweiser Kontaktverlust
Habituelle Luxation   Aus- und Einrenken der Schulter ohne Schmerzen
Traumatische Luxation durch Gewalteinwirkung + Gewebsschädigung
angeborene Luxation

Therapie: - schonende Reposition unter Zug in Kurznarkose

                 PRÄ- UND POSTOPERATIVE BEHANDLUNG


- hauptsächlich Patienten mit OP im abdominalen Bereich
  (können nicht sofort aufstehen, 3-4 Wo)
- Patienten mit mehreren Verletzungen am Bewegungsapparat
- alle alten Patienten (über 70)


                         4 allgemeine Ziele

I   -  Verbesserung der Atmung
II  -  Verbesserung der arteriellen und venösen Durchblutung
       (Thromboseprophylaxe)
III -  Verbesserung der Durchblutung in gefährdeten Gebieten
       (Decubitusprophylaxe)
IV  -  Anleitung des Patienten zum Drehen, Aufstehen, Gehen


                          spezielle Ziele

abhängig vom Patienten, Art der OP, z.B. TEP => Kräftigung des Beines



                     I  Verbesserung der Atmung

Pneumonieprophylaxe => Atemtherapie

1) Atelektasen        Verklebung der Alveolen durch mangelnde
                      Belüftung
2) Hypostase          zugeringe Blutcirculation in bestimmten
                      Lungenabschnitten
3) Ansammlung von Sekret in den Bronchien/Luftröhre
   => Trachearasseln, Piepsen beim Einatmen = Stridor


ABW = Atembewegungen    
- costo-sternal    => ventral, dorsal, lateral, cranial
- costo-abdominal  => ventral, lumbodorsal, lateral, caudal


AR = Atemrythmus
- Einatmen
- Ausatmen
- Pause







                             MAßNAHMEN

Atelektasen  - Erlernen und Wahrnehmen der costo-abdominalen Atmung
             - Maßnahmen zur Verlängerung der Ausatemphase
               auf Laute, abgehackte (stakatierende) Ausatmung,
               Schnüffelatmung, Einwegnasenatmung, Triflo,
               Mediflo, Gibelrohr
             - gähnende Einatmung
             - seufzende und stöhnende Ausatmung

Hypostase    - Lagewechsel

Sekret       - Klatschungen
             - Klopfungen
             - Vibrationen
             - Ausstreichungen
             - Lagewechsel (Hängebauch)
             - Inhalation
             - Gibelrohr (auslösen des Hustenreiz)
             - Medikamente

Beim Abhusten beachten  : - Wunde fixieren
                          - durch Räuspern einleiten 
                          - nur Husten wenn Hustenreiz
                          - Lippen geschlossen
                          - in SL mit überstrecktem Kopf husten
                          - mit erhöhtem Oberkörper husten


              II VERBESSERUNG DER ART/VEN DURCHBLUTUNG

weil:       - Strömungsgeschwindigkeit vermindert
            - Blutzusammensetzung verändert
            - Gefäßwände rissig

Zeichen:    - Schmerzen Wade, Adduktoren
            - Schmerzen bei festem Druck in Fußsohle
            - Schmerzen wenn Malleolen fixiert 
              und gegen Ferse geschlagen wird

Bei leichten Fällen von Thrombose ist KG möglich 
sonst nur obere Extremität 

Maßnahmen:  - passives Durchbewegen bei Bewußtseinstrübung,
              Lähmung, Koma => 10-20 mal, rythmisch, 
              alle 1-2 Stunden 
            - Füße hochlagern (Bett schräg)
              ab und zu Beine ganz hoch
            - Kompression (Strümpfe), nicht im Liegen
            - kleine schnelle Bewegungen (jede Stunde)

Risikogruppen: - ältere, Varizen, lange Bettlägerige

                      III Decubitusprophylaxe

- Felle
- Wasserkissen
- Gelkissen
- Wade polstern => Wade frei hängend
  Spitzfußprophylaxe erforderlich

           SHF


                 (bis einschließlich subtrochantär)


Ursache:         - Sturz auf TP
                 - Abscherkräfte
                 - hauptsächlich bei alten Leuten
                   (Indikation für TEP)

Versorgung:      - KGS (Kompressionsgleitlaschenschraube)
                 - DHS (dynamische Hüftschraube)
                   müssen voll belastet werden 

                 - TEP (Totalendoprothese)
                 - EP  (ohne Pfanne)
                   Zement => Vollbelastung 
                   kein Zement => 15 Kg 

                 - Bündelnagelung
                 - Ender-Nagel
                   Vollbelastung  

Heilung:         - 8 bis 12 Wochen

Komplikationen:  - Decubitus, Thrombose, Pneumonie
                 - Arthrose Hüftgelenk
                 - Kopfnekrose
                 - Pseudarthrose


                 Mediale SHF werden unterteilt in:

- Abd Fraktur => Kontakt bleibt bestehen => konservative Vers.
- Add Fraktur => Bruchspalte => OP
- Add Fraktur nach Pauwels:
  I0   = Hals gestaucht => konservativ
  II0  = Kopf etwas abgesunken => OP
  III0 = klaffende Bruchspalte => OP



                Therapie nach Schenkelhalsfraktur


Der Patient liegt mit leichter Knie Flex in einer Schaumstoffschiene

1.-2. Tag solange Redon liegt keine Flex Hüfte/Knie, Bein nicht
          aus der Schiene nehmen
          - Kreislauftraining Arme, gesundes Bein, beide Füße
          - Beckenaufzug üben (Pfanne) => gesundes Bein anstellen
            unterstützen, auch bei Knie Patienten erlaubt
            (evtl. am Galgen hochziehen)
          - Atemtherapie
          - Isometrie: krankes Bein  => Dext, Ext Knie, Pro, Sup,
                                        Gips als Widerstand nutzen
          - Isotonie: gesundes Bein  => Hüft und Knie Flex mit
                                        schienendem Griff US und
                                        Widerstand, PNF, Fahrrad-
                                        fahren in der Luft
                                        => konsensuelle Wirkung
          wenn Redon entfernt ist:
          - krankes Bein Flex/Ext Hüfte/Knie mit IR Komponente
          - Abd isometrisch oder konsensuell

nach 3 Wochen  Abd mit Bewegung

Verboten => Adduktion, Außenrotation, Innenrotation  


3. Tag    an die Bettkante setzen zur OP Seite
          vorher Kreislaufgymnastik
          Bein langsam schwenken, wenn Überhang OP Bein festhalten
          an Galgen hochziehen
          weiter rutschen erst wenn richtig sitzt, US ablassen

          Wenn zu schwach
          beide Beine unterfassen, Schultergürtel umfassen
          rumdrehen

          Hinstellen
          immer vor Patient stehen
          im Sitz Beine wechselseitig vorschieben bis 
          Fuß auf Boden steht (Scooting)
          Knie abstützen, am Gesäß ziehen
          1. Schritt gesundes Bein
          2-3 Schritte vor und zurück


Rectus Dehnung:        Ermüden nur im Knie, nicht in der Hüfte
                       Rotation verhindern
                       Abscherkräfte auf Oberschenkel verhindern
                       => Lagerung
                       Agonistenkräftigung nur im Knie

Iliopsoas Kräftigung:  Sitz an Bettkante, Oberschenkel anheben
                   Kalottenfraktur nach Pipken


I   => Fraktur unterhalb fovea capitis femoris => Ligamentum intakt
                         (Ansatz Lig. capitis femoris)

II  => Kopf des Kopfes abgebrochen => Ligamentum ab

III => I + II + SHF

IV  => I + II mit Beckenfraktur


wenn Ligamentum ab => häufig Hüftkopfnekrose




                Versorgung der pertrochantären SHF


- TEP
- Winkelplatten mit Zusatzschrauben
- KGS
- DHS
- Trümmer werden durch Spongiosa oder Knochenzement ersetzt


TEP Zementiert => - Schaft bohren
                  - TEP rein
                  - Zement hinterher
                  - Pfanne wird mit Zement in Acetabulum befestigt
                  - Palakos = Zement


Luxationsgefahr bei TEp => AR + ABD  


                Verbotene Techniken bei TEP + SHF

- PNF normal => erlaubt ohne Rotation, kurze Hebel, niemals Stretch
                Griff abwandeln, assistiv arbeiten
- Dehnung über betroffenes Gelenk (auch Ermüdung)
- Traktion
- Schüttelung
- Kaltwind => niemals bei Osteosynthesen
- passives Bewegen
- bei Alltagsbewegungen keine Add, Ar 
                        keine spitzwinkeligen Bewegungen
- kein Brustschwimmen


      OS-FRAKTUREN




- Blutverlust bis 2000 ml => Schock
- subtrochantär
- Schaft
- supracondylär
- condylen
- meißt Autounfälle, große Gewalteinwirkung notwendig
- Versorgung mit Schrauben, bei Schaft auch Platten, Marknägel
             Verriegelungsnagel damit der Marknagel nicht wandert
             Fixateur extern, 0-Belastung
- Drahtextension zur Reposition durch Condylen 
  (selten durch Tibiakopf)
- Im Befund Allgemeinzustand angeben
- Beim ersten Aufstehen Kollapsgefahr (2 Therapeuten)
- Beine hochlagern, Ar verhindern => Sandsack, Schiene
- 4 Wochen Bodenkontakt => keine 15 Kg
- dann Steigerung 15 Kg, 20 Kg, 30 Kg bis Vollbelastung, wöchentlich


Therapie  - immer Fraktur mit einer Hand fixieren
            (bildet sich Pseudarthrose ?)
          - nicht direkt auf Wunde fassen
          - Flex assistiv, schienender Griff von außen verhindert
            Ar, Hand unter Kniekehle, Fuß hoch
            nur einachsige Bewegung, 2. Hand proximal/lateral Knie
            Steigerung => Führungskontakt proximal der Fraktur
          - Ext wie Flex
          - Knieerguß wahrscheinlich => Patellatest im Seitenvergleich
          - Rectus Dehnung nur über Patella Verschieblichkeit
            nach distal, lateral, medial
          - Quadrizeps Kräftigung => UA Th. auf OS P., Hand schiebt
            Patella nach caudal, Auftrag: Fuß und Zehen hochziehen,
            und Knie runterdrücken
            Für die Vastis => Patella nach medial oder Lateral/caudal


Ziele:    1) Verbesserung der lokalen Durchblutung
             Kontraindiziert: Wärme und klassische Massage
          2) Förderung der Resorption des Frakturhämatoms
          3) Lagerungskontrolle => keine Abscherkräfte
          4) Wiederherstellung des Muskelgleichgewichtes am OS
          5) Kräftigung am gesunden Bein
          6) Wiederherstellung/Verbessern der Gelenkbeweglichkeit
          7) Erhalten der Arm- und Beinkraft der anderen Extremität
          8) Erreichen eines optimalen Gangbildes


Maßnahmen:   zu 1)  - Kryo, Eisabreibung Oberschenkel
                      nicht auf Narbe         
                    - Isometrie
                    - aktive Bewegungsübungen

             zu 2)  - Isometrie
                    - Kryo Langzeit
                    - Lagerung (hoch)
                    - Salben
                    - Kompressionsverband Knie

             zu 3)  - Sandsäcke gegen Ar
                    - keine Abscherkräfte im Sitz
                    - Sichtkontrolle des Patienten
                    - Lagerungsschienen
               
             zu 4)  - Muskelmantelspannung

             zu 5)  - Konzentrik, Exzentrik, Isometrie
                    - Widerstände proximal der Fraktur
                    - Fraktur sichern
                    - Bauchlage erst wenn Abd MW 3
                    - Glutaeus => Beckenaufzug, OS von unten sichern
                    - Scheibenwischer
                    - PNF gesundes Bein, Arm diagonal
                    - Bewegungsbad nach Fädenziehen
                    - Bewegen gegen Reibungswiderstand in SL

             zu 6)  - Fuß kreisen
                    - Hüfte und Knie Flex/Ext
                    - Hüfte Abd durch Hubfreie
                    - Knie pendeln an Bankkante
                      Widerstand am gesunden Bein
                    - unter Eis
                    - Motorschiene, Bümmlerschiene

             zu 7)  - PNF Arm alle Muster
                    - Isometrie
                    - Hanteltraining
                    - Gewichtsschiene
                    - Schlingentisch mit Expander

             zu 8)  - Peronaeus Lähmungsübungen auf Hocker
                    - Gehen mit Stützen üben
                    - Eckengeher/Eckensteher im Gehbarren
                    - Treppengehen






          KNIE




- bei Patellafraktur auch Widerstand distal erlaubt
- Meniskus => Mobilisation erst wenn der Knieerguß abgebaut ist
              erlaubt => Isometrie, Erarbeiten der Streckung
                         Druckverband, Eis
- Innenmeniskus => Längsriß
                   Querriß
                   Korbhenkelriß (oft degenerative Verletzung)
                   Lappenriß
                   Kombinationen möglich
                   Innenband häufig mitverletzt
- Operation => Teilresektion, zusammennähen möglich


Therapie:   Stabilisationsphase  - Eis
                                 - Isometrie
                                 - wenn Streckung und kein Erguß =>

            Mobilisationsphase   - Beugung erarbeiten
                                 - ab 900 Beugung => gehen mit TB
                                 - Steigerung täglich um 10 Kg

            keine Seitlage, Kniestand, Vierfüßlerstand

            keine Rotation Unterschenkel

            Kräftigung des gesamten Beines
            Kräftigung der oberen Extremität => Stützen
            Gangschule
            Dehnung verkürzter Muskeln
            Förderung der Sensibilität
            Heimprogramm

       
                      Bandläsion/ruptur Knie

- bei Meniskus häufig Innenband betroffen
- bei Kreuzbändern meistens das vordere
- Außenband selten
- Versorgung: refixieren oder Bandplastik
- vorderes Kreuzband => keine Flex über 600
- hinteres Kreuzband => Flex von 200 - 600, keine Ext
- Gipstutor in 200
- 6 Wochen 0 Belastung
- Mobilisation auf 900 Flex, 00 Ext => Dehnung
- wenn Gips ab => Derotationsschiene 00 - 900
- mit Schiene 15 Kg TB => 4 Wochen


                        Die Patellafraktur

- Versorgung: 8-Tour Cerclage (auch für Olecranon)
- Flex bis 900 direkt nach OP
- Ext vorsichtig bis Schmerzgrenze
- TB 15 Kg, nach 2 Wochen VB



                           Tibiafraktur

- Fibula wird nicht operativ versorgt wenn nicht disloziert ist
  oder Malleolus betroffen ist
- häufig Peronaeus-Lähmung
- Sarmientogips => US-Gips der den Druck den Femurcondylen
                   voll übergibt => Gehgips
- Pilonfraktur => distale Tibiafraktur mit Gelenkbeteiligung
- evtl. Drahtextension => 1-2 Wochen
- Fußkomponente nur DExt/PFlex beüben (Pro/Sup nach Maßgabe Arzt)
- Hüft/Knie => Flex/Ext beüben mit schienendem Griff
- Marknagel => TB nach 2-4 Wochen für 8-12 Wochen
               keine distalen Widerstände

Komplikationen der OP

- Infektion
- Pseudarthrose
- Bruch des Implantates


Komplikationen der konservativen Versorgung

- ungenügende Reposition
- Torsionsfehler
- Peronaeuslähmung durch Gipsdruck
- Beinverkürzung
- Infektion der Extensionsstellen
- Pseudarthrose



    CALCANEUS-FRAKTUR



- häufig beidseitig
- Heildauer 12-16 Wochen
- 8 Wochen Bettruhe
- Fissuren US + OS möglich, Stauchung WS
- Allgöver-Schiene => Abstützpunkt Tibiakopf
- Therapie => Kreislauf + Decubitusprophylaxe wegen Liegezeit
- Spätfolge => Arthrose + Plattfuß


Ziele

1) Vermeidung von Decubitus
2) Erhalten/Verbessern der Gelenkbeweglichkeit (gesundes Bein)
3) Verbessern der Armkraft
4) Erhalten/Verbessern der arteriellen und venösen DB
5) Vermeidung von Pneumonie
6) Erhalten von Muskulatur
7) Erarbeiten des Ganges
8) Erarbeiten von Alltags- und Gebrauchsbewegungen



Maßnahmen

1) Decubitusprophylaxe (Isometrie + Lagerung)
2) aktives Bewegen
3) PNF, Deuserband, Hanteln
4) Thrombose Prophylaxe, kleine schnelle Bewegungen
5) Atemtherapie
6) besonders Wade über Knie
7) Gangschule
8) im Bett, aus Bett

      BECKENFRAKTUR



Beckenrandfraktur

- beeinträchtigt nicht die Stabilität
- Sitzbein durchgeberochen
- Schambein durchgebrochen
- Darmbeinschaufel abgebrochen
- Os sacrum durchgebrochen
- Abriß Spina
- 2-4 Wochen Schonung
- einseitig, beidseitig


Beckenringfraktur

- Schambeinäste => vordere Ringfraktur
- Darmbeinäste  => hintere Ringfraktur
- einseitig, beidseitig
- Blasenverletzung
- ableitende Harnwege verletzt
- Enddarm verletzt
- große Beckengefäße verletzt
- Lebensgefahr möglich
- 3 Monate keine Belastung
- Symphysensprengung > 2 cm => Platte
- Iliosacralfugensprengung (Ischiasquetschung möglich)


Vollständiger Beckenbruch

  vordere Rinfraktur
+ hintere Ringfraktur
+ Iliosacralfugensprengung
+ Symphysensprengung

ohne Dislokation => 4 Wochen Bettruhe
mit Dislokation  => 8-12 Wochen Bettruhe


Therapie

- Bewegen bis Schmerzgrenze, assistiv Flex nicht über 900
- Abd/Add nur Isometrie
- Hüfte in Flex/Ext Nullstellung lagern
- Glutaen isometrisch kräftigen (Ext)
- einseitig => angeheilt => ab 3. Wo Bewegungsbad, Belastung erüben
- konservativ => ab 6. Wo drehen in Sl, Bl
              => ab 8. Wo Bewegungsbad, stehen/gehen
- bei OP 4 Wochen früher
- Rücken und Bauchmuskeltraining
- keine Widerstände am Becken                         
Acetabulumfraktur

- durch Autounfall => Knie gegen Armaturenbrett
                   => Stauchung
- TEP => ween Gefahr der Hüftkopfnekrose



Zentrale Hüftluxationsfraktur

- Hüftkopf luxiert durch das Acetabulum ins Becken
- Extension achsial mit 10% Körpergewicht für 6-8 Wochen
- Extension Richtung Schenkelhals mit 1,5 Kg für 6 Wochen
- nach 6 Wochen Flex/Ext üben, hauptsächlich Ext
  dazu Extension aushängen (hinterher wieder einhängen)
- Entlastung insgesamt 3 Monate
- häufig Ischiasschädigung
- beim Üben schonen, Eis am Knie
- ab 10. Woche Bewegungsschiene
               drehen in Sl, BL
               Bewegungsbad (keine Abd mit Weg)
- ab 12. Woche (Konsolidierung = Verheilung) => TB
- wenn kein Hinkmechanismus => gehen ohne Stützen

 WIRBELSÄULENVERLETZUNGEN



                  Entlastungsstellungen für HWS

- Tuch um Hals, Arme anhängen
- Arme öfter ablegen (Tisch, Stuhllehne)
- feste Nackenrolle für Rückenlage
- HWS, Kopf unterlagern in Seitlage


              Entlastungsstellungen für BWS und LWS

Rückenlage     - Kopf und Knie unterlagern
               - Beine in 900 Hüfte und Knie

Bauchlage      - Kissen unter Bauch bis WS in Nullstellung
                 Kopf auf Hände/Arme

Seitlage       - Kopf und HWS unterlagern
                 Kissen unter Taillie
                 Kissen zwischen Knie/Unterschenkel
                 evtl. oberes Bein angewinkelt unterlagern

Stand          - Schrittstellung
                 Arm an Wand
                 Kopf an Arm

Sitz           - Ellenbogen auf Knie, Kopf in Hände
               - Hocker, Beine überschlagen, mit Händen umfassen
                 nach hinten lehnen, schaukeln
               - Füße auf anderen Stuhl/Hocker
                 Arme auf Tische rechts und links
                 Kopf an Wand anlehnen
               - Fernsehsessel, Ohrensessel


                  Arten von Verletzungen der WS

a) Bandverletzungen
b) isolierte Bandscheibenverletzungen (selten)
c) Wirbelkörperfrakturen
   b) + c) fast immer mit Rückenmarksbeteiligung
d) b) + c)
e) vollausgebildete WS-Verletzung a) + b) + c) + Muskel-, Fortsatz-
   verletzungen
f) Wirbelverrenkungen
g) Luxation von Wirbeln
h) Abbruch Dorn-, Querfortsatz

Ursache: meißt indirekte Gewalteinwirkung
         Überlastung der Elastizität
         Spontanfrakturen bei Osteoporose/Tumor
                      Wirbelkörperfrakturen

a) Kompressionsfraktur
b) Deckplatteneinbruch
c) Trümmerfraktur
d) Vorderkantenabbruch

Übergang BWS - LWS  50%
               BWS  30%
               HWS  20%

Achtung: Neurologischer Befund erforderlich

Heilung: nach 3 Monaten belasten
         nach 1-2 Jahren volle Heilung

Versorgung:  Korsett
             Spondylodese (Versteifung mit Schrauben)
             3-Punkte-Korsett => Srenum - Schambein und um Thorax



                               HWS

Distorsion     Schanzkrawatte für 2-6 Wochen, bis keine 
               Kopfschmerzen mehr

WK-Fraktur     Kopf-Brust-Gips bis 3 Monate
               anschließend Mobilisation

Dens-Fraktur   keine Dislokation => Kopf-Brust-Gips
               wenn disloziert   => Extension mit 
                                    Chrutshfield-Klemme
                                    Keine Extension => Repositions OP

Luxation       Chrutshfield-Klemme (im Stuhl, Löcher im Schädel)


                     Befund bei Amputationen

- Allgemein Zustand
- momentane psychische Situation
- OP-Narbe (offen, Schorf, reizlos, geschwollen)
- Schwellung Stumpf => Seitenvergleich
- Muskelrelief => Seitenvergleich, verwaschen, ausgeprägt
- Haut => Druckstellen, Wundgescheurt, Temperatur, Flatenbildung
          über Prothesenende
- Bein/Armstellung => Kontrakturstellung
- Beckenstellung => hoch durch Gewichtsverlust Bein


Messungen

- funktionelle Stumpflänge => Spina - Knochenende
- totale Stumpflänge       => TP - Ende mit Weichteilen
- Umfang                   => 10 + 15 cm unter TP


Muskelwerte

- Glutaeen
- Iliopsoas
- Adduktoren
- Bauchmuskeln


Sensibilität

- Oberflächensensibilität
- Tiefensensibilität


Schmerzen

- wann
- wo
- wie
- Phantomschmerz (Besserung durch Isometrie)


Pulse

- wenn AVK Amputation


                       Ziele und Maßnahmen

Prophylaxe     Pneumonie, Thrombose, Decubitus solange Fäden nicht
               gezogen sind

Erhalten der Armkraft

Erhalten der Muskelkraft im gesunden Bein

Kräftigung Stumpf mit Isometrie

Aufstehen wenn der Arzt erlaubt


                      nach dem Fäden ziehen

Stumpfpflege   Klatschungen, Klopfungen, kalte Waschungen
               sauber halten, Wickeln

intensives Stumpftraining   max. Widerstand, Eigentraining

Mobilisation

Gangmuster trainieren  Zange, reziprok


                           mit Prothese

Prothesentraining   Anziehen, Ausziehen, Gehen, Alltags- und
                    Gebrauchsbewegungen, Balancetraining
                    Gewichtsverlagerung, Bein abheben
                    Seitwärtsgehen, Vorwärtsgehen

Nach der Entlassung Versehrtensport empfehlen


    CLAVICULA-FRAKTUREN




- meißt in der Mitte
- häufig bei Kindern
- Heilungsdauer 3-4 Wochen
- meißt Rucksackverband => alle Bewegungen im Arm möglich => keine KG
- Abd-Schiene in der Achselhöhle gut polstern
- sonst Kirschner-Drähte oder Verplattung
  immer Übungsstabil, nicht Belastungsstabil
  Desaultverband 3-6 Tage
  Metallentfernung nach ca. 1 Jahr

Therapie       - Abd nicht über 600
               - Flex nicht über 900
               - keine Rotation und Extension
               - immer mit beiden Armen arbeiten

Komplikationen - Verletzung durch Verband oder Callusbildung 
                 A. axillaris, A. + V. subclavius
               - Plexus brachialis
               - häufig Pseudarthrosen



     SCAPULA-FRAKTUREN




- 4 Arten: an Hals und Schultergelenkspfanne
           am Acromion
           am Coracoid
           am Körper
- Heilungsdauer ca 3-4 Wochen
- meist mit Clavicula- und Rippenfraktur kombiniert
- wichtig => Atemtherapie

Diagnose       - Unfähigkeit den Arm zu heben
               - Palpation
               - Röntgen

Versorgung     - Stillegen => Tape, Desaultverband
               - OP wenn Schultergelenk mit betroffen

Komplikationen - Verletzung der A. transversa scapulae zwischen
                 Thorax und Scapula
               - N. suprascapularis => keine AR
               - Schultersteife

Kg             - RL, Sitz, Stand
               - Kräftigung der Muskeln die das Schultergelenk
                 sichern
               - niemals passiv
               - immer beide Seiten


      ACG-SPRENGUNG




- Schultereckgelenkverletzung
- meißt durch Sturz auf Schulter
- Tossy I, II, III => Schweregrade
- Heilungsdauer ca 6 Wochen

Tossy I        Zerrung mit Teilzerreißung von Bandanteilen 
               acromioclavicular und der Gelenkkapsel
               das laterale Claviculaende tritt nicht deutlich
               höher
               Abd und Flex anfangs nicht über 900 
               Kräftigung Delta

               Versorgung: Rucksack-, Tapeverband
               KG:         nach Abklingen Schmerzen, ca 3 Tage


Tossy II       Ruptur des Lig. acromioclaviculare und der
               Gelenkkapsel
               Teilriß des Leg. coracoclaviculare
               das laterale Claviculaende tritt um 1/2 der Schaft-
               breite höher
                           
               Versorgung: Rucksackverband, Tape, Abd-Schiene
                           Thorax-Abd-Gips
               KG:         Isometrie, PNF über anderen Arm


Tossy III      alle Bandverbindungen sind komplett zerrissen
               die Claviculatritt um volle Schaftbreite höher
               Klaviertastenphänomen

               Versorgung: OP, Zuggurtung am Acromion
                           Clavicula mit Schraube am Coracoid
                           fixiert => BOSWORTH-Schraube
                           ME nach 8-12 Wochen

               KG:         keine Retroversion mit Metall
                           keine Flex/Abd über 900 bis zur ME
                           keine Rotationen mit Metall



                Übungen Schulter (Bizeps, Trizeps)


- Reaktiv mit Schaukelbrett
- Pendelübungen nach Poelchen (immer)
  BL, Arm im Überhang (seitlich)
  aktiv, assistiv, pendeln, evtl. mit 1 Kg Hantel
- Ball rollen, drehen
- kurze Hebel
- Schulterblatt bewegen in Add, Abd, Rotationen
- Widerlagernd arbeiten => ASTE wie Poelchen
                           Retraktion mit AR
                           Protraktion mit IR
- PNF mit gesundem Arm
- Wechsel punctum fixum, punctum mobile, z.B. auf Pezziball
- besonders an Alltags- und Gebrauchsbewegungen denken
- schienender Griff nahe Achselhöhle => Isometrie Abd
- Isometrie für IR ind Flex
- Kräftigung Bizeps/Trizeps auch im Desault mit Sup und Pro


     HUMERUSFRAKTUREN



                       Humeruskopffrakturen

- Kalottenfraktur => durch Collum anatomicum
- Abriß Tuberculum maius
- subcapitale Fraktur => durch Collum chirurgicum
- Trümmerfraktur
- Luxationsfraktur

Therapie       - 4-10 Tage Desaultverband/Abd-Bank/Hüttenberg-Weste
               - früh KG
               - OP nur bei starker Dislokation
               - Heildauer ca 6 Wochen

Komplikationen - Arthrosen
               - Pseudarthrosen
               - Einschränkung in Add/IR
               - bei Abriß Tuberculum maius oder Luxationsfraktur
                 => starke Überdehnung der langen Bizepssehne
                 => Gleitfähigkeit eingeschränkt

KG             - Lagerung 300 Flex und Abd auf Keil
                 leichte Ellenbogen Flex


                              Ziele

- Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit Ellenbogen, Hand, Finger
- Erhalten der entsprechenden Muskulatur
- Förderung der Resorption des Frakturhämatoms
- Wiederherstellung der betroffenen Muskulatur
- Wiederherstellen der Gelenkbeweglichkeit
  erst Flex und Abd nach 4 Wochen AR und IR
- Schulung von Gebrauchsbewegungen



                      Humerusschaftfrakturen

- Heilungsdauer 6-8 Wochen
- immer reflektorische Anspannung Bizeps
  => Dehnung erforderlich

Versorgung     - Hängegips
               - Desaultverband 4-5 Wochen
               - funktionelle Versorgung nach Specht
                 => Arm ruhigstellen, 2 x täglich KG für Ellenbogen
                    Hand und Finger, auch isotonisch
                 Brace => Kunststoffhülle mit Klettverschluß
                          zur Schienung
               - OP => Hackethaler Bündelnagelung, Platte

Komplikationen - N. radialis Lähmung bei ME
               - Pseudarthrosen
               - Verletzung der A. brachialis


                              Ziele

- Kräftigung Trizeps und Dehnung Bizeps nur über Ellenbogen
- Mobilisation der Schulter
- Kräftigung Delta
- Gebrauchsschulung erst nach Konsolidierung
- Rotation erst nach Konsolidierung



                      distale Humerusfraktur

Ursache        - Sturz auf Ellenbogen

Formen         - T-Fraktur (1 längs, 1 quer)
               - transcondylär
               - bei Gelenkbeteiligung wahrscheinlich bleibende
                 Einschränkung

Versorgung     - Kinder und Jugendliche => Reposition
                                           Fixierung mit Spickdrähten
                                           Extension, Gips 4 Wochen
               - Erwachsene => Ostheosynthesen 
                            => sofort übungsstabil
                 bei Trümmerfrakturen TEP möglich

Komplikationen - Verletzung N. ulnaris durch Kompression bei Trauma
                 oder Callusbildung
               - Arthrose
               - Versteifung



    OLECRANONFRAKTUR




Ursache        - Sturz auf gebeugten Ellenbogen
               - Probleme durch Ansatz Trizeps 
                 => immer Dislokation nach hinten/oben

Diagnose       - tasten einer Diastase (Delle)
               - keine Ext gegen Widerstand möglich

Versorgung     - Zuggurtung => Umwandlung von Trizepszug in
                               Druck auf Fragmente

Therapie       - nach OP 3 Wochen Gips in 900 Flex
               - KG möglich

Komplikationen - Arthrosen
               - Kontraktur



 
   ELLENBOGEN LUXATION




Ursache        - Sturz auf Hand, mit Drehmoment Unterarm
               - Luxation von Olecranon wenn Coronoid abbricht
               - Luxation von Radiuskopf mit Bandverletzung

Versorgung     - Reposition
               - Gips in 900 Flex für 4 Wochen
               - wenn Fraktur immer OP
               - auch bei Bandverletzung immer OP
               - nach OP Gipsschiene => Beübbar

Komplikationen - Verletzung des N. ulnaris, N. radialis



                        KG für Ellenbogen


- bei Gips nur Isometrie, nach Entfernung Mobilisation
  (schwierig weil oft Verknöcherung)
- bei OP nach 3 Tagen


                              Ziele

- Förderung der Resorption von Hämatomen
- Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit im Ellenbogen
- Erhalten der Gelenkbeweglichkeit in angrenzenden Gelenken
- Verbesserung der Kraft der betroffenen Muskulatur
  (auch Schulter, vorsichtig bei Trizeps)
- Alltags- und Gebrauchsbewegungen



                            Maßnahmen

- keine Wärme
- in schmerzfreier Lagerung => Eisabreibung
- alle aktiven Bewegungen => Pro und Sup nach Rücksprache Arzt
- viel dynamisch, wenig statisch
- Bizep dehnen
- Ext kräftigen
- nicht stützen => nicht belastungsstabil
- nicht zu oft in Rückenlage arbeiten
- evtl. Oberarm unterlagern => Olecranon frei
- Gefahr des Sudeck => beobachten



                      Behandlung nach Specht 


- fixieren der Fraktur durch Therapeuten Griff
- Oberarmfraktur => UA Patient auf UA Therapeut
                    eine Hand medial der Fraktur
                    leichte Widerstände möglich


      RADIUSFRAKTUR




                        Radiuskopffraktur

- Meißelfraktur => häufig, Sturz, Stauchung
                => fixieren mit Schraube

- Abbruch des Köpfchens => Halsfraktur
                        => fixieren mit Drähten (2-3 Wochen)

- Trümmerfraktur => Endoprothese

wenn keine Dislokation => konservative Versorgung möglich  


KG             - meißt abnehmbare Gipsschiene
               - nur aktiv üben, passive Maßnahmen verboten
               - Stützen erst nach 8-12 Wochen
               - ME wenn die Gelenkbeweglichkeit wieder 
                 hergestellt ist => möglichst unter 1 Jahr
               - kein passives Nachdehnen
               - keine max. Widerstände
               - Pro und Sup nach Maßgabe Arzt
               - am besten nur gegen die Schwere arbeiten
                 => Bauchlage im Überhang
               - Quermassagen erst nach Konsolidierung

Komplikationen - N. ulnaris, N. radialis Läsion
               - Myositis ossificans Ellenbeuge
               - Nekrosen durch Gipsdruck
               - Ermüdungsbrüche nach Drahtversorgung



                         Schaftfrakturen

- Unterarmfraktur => immer Ulna und Radius
- Parierfraktur   => nur Ulna

Ursachen       - Schlag, Stoß, Sturz (auch auf Hand)

Heilungsdauer  - 6-8 Wochen

Versorgung     - keine Dislokation => Konservativ, Gips 4 Wochen
               - Unterarmfraktur immer OP
               - Plattenostheosynthese => Übungsstabil
               
Komplikationen - Bewegungseinschränkung Pro und Sup
               - Pseudarthrosen


                         Monteggia-Fraktur            

- Ulnafraktur proximales 1/3 + Luxation Radiusköpfchen


                         Galeazzi-Fraktur

- Radiusfraktur im distalen 1/3 + Abbruch Processus styloideus ulnae
                                 + Luxation des Radio-Ulnar-Gelenkes


                   Radiusfraktur loco classico

- distale Radiusfraktur
- häufigste Fraktur des Menschen
- konservative Versorgung mit Extension mit 3-4 Kg
- Gipsschiene 6 Wochen
- OP mit T-Platte, evtl. Spickdrähte oder kleiner Fixateur extern

Komplikationen - Carpaltunnel-Syndrom
               - N. medianus Verletzung
               - Heilung in Fehlstellung
               - Sudeck => Schmerzen, Schwellung, Cyanose (blau)
               - Ermüdungsbruch des Materials

KG             - Durchblutungsverbesserung
               - Entspannen von verkramfter Muskulatur
               - Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit => aktiv  
               - Verbesserung der Kraft
               - Gebrauchsschulung der Hand

Praktisch      - feste Unterlage
               - Fraktur mit Hand sichern
               - Manuelle erst nach Konsolidierung



         HAND




1) Frakturen und Luxationen
2) Muskel- und Hautverletzungen
3) Nerven- und Gefäßverletzungen
4) Sehnen- und Bandverletzungen
5) Kombinationen
6) Amputationen

Ursachen       - Berufsunfall
               - Schnitt, Schlag, Stoß
               - Verbrennungen

OP             - Rush-Pins
               - Schrauben
               - Zuggurtung
               - kleine Platten
               - Sehnennähte => mit Draht
                                Bunell Durchflechtungsnaht
                                Schnürsenkelnaht  
                                Langemann Naht (4 Wochen ME) 
               - Nervennähte => Kabeltransplantate
               - Hauttransplantationen => von OA und Bauch



                       Strecksehnenabriß   

- Endgelenk des Fingers kann keine Ext
- Stock'sche Schiene in Ext 4-6 Wochen
- Sehnennaht
- KG bei Naht erst nach 10-14 Tagen sonst nach Ruhigstellung
  aktiv, dynamisch, Widerstand nur gegen Flex, keine Manuelle

Komplikationen - Verwachsung Sehne mit Sehnenscheide
               - Sehnenverkürzung, Kapselschrumpfung
               - Defektheilung


                         Beugesehnenabriß

- Mittel- oder Endgelenk des Finger kann keine Flex
- Naht oder Gipsschiene nach Kleinert
- KG am 1. postoperativen Tag
  Widerstandgegen Ext nicht endgradig
  Mittelgelenk neigt zu Kontrakturen
  Flex am Anfang nur passiv, aktiv erst nach Konsolidierung

Komplikationen  wie Strecksehnenabriß


                       Fraktur des Scaphoid

Heilungsdauer  - 6 Wochen

Versorgung     - OA-Gips-Schiene 6 Wochen, dann UA Gips mit Hand
                 in DExt 6-12 Wochen
               - OP möglich

KG             - nach 6 Wochen Ellenbogen mobilisieren
                 auch Pro und Sup
               - wenn Gips ab Hand mobilisieren (Manuelle)

Komplikationen - Pseudarthrose => OP nach Matti-Russe
                               => Entfernung des Scaphoid + Verlegung
                                  des M. palmaris longus
               - Sudeck


                     Fraktur der Metacarpalen

Heilungsdauer  - 4-6 Wochen

Versorgung     - dorsale Gipsschiene
               - OP => Platten, Kirscher-Pins mit Gips


                    Fraktur der Phalangen     

Versorgung     - Gips
               - Metallschiene bis UA 4 Wo
               - OP => Schrauben, Drähte


               Benettsche Fraktur (Abstützfraktur)

- Luxationsfraktur des Daumensattelgelenkes (intraartikulär)
- schräger Abbruch der BAsis Metacarpale I
Versorgung     - Schrauben => Übungsstabil
               - 4 Wo Gips


                       Bandruptur am Daumen

- ulnares Seitenband des Daumens => Ski-Daumen
- immer OP
- radiales Seitenband auch konservativ


                              Ziele

- Verbesserung der Durchblutung und Mobilisation der Gelenke
- Entspannung der Handmuskulatur (durch Anspannung) und Kräftigung
- Funktionsschulung
- Innervationsschulung wenn unter MW 2



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