KG GRUNDLAGEN           


                              REIZSETZUNG

Ein Reiz ist eine Energieform von außen oder innen  



Reizbarkeit         ist die Grundvorraussetzung für die Wahrnehmung
                    des Reizes

Reizintensität      muß so hoch sein, daß man den Reiz auch bemerkt
                    Die Reizschwelle ist immer unterschiedlich, sie
                    muß immer wieder erhöht werden, denn der Körper
                    gewöhnt sich an den Reiz

Reizdauer           ist die Gesamtdauer des Reizes
                    (z.B. Dauer eines Einzelreizes)

Reizumfang          Anzahl der Reizwiederholungen und Pausen
                    (Reizdichte)

Reizqualität        Organspezifisch

Reizreaktion        ist die Antwort auf den äußeren oder inneren Reiz
                    - einmalige Antwort z.B. Reflexüberprüfung
                    - mehrmaliger Reiz


                ALLGEMEINE FORMEN DER REIZÜBERFORDERUNG


- HERZ- UND KREISLAUFSCHWÄCHE
- EIN ÜBERFORDERUNGSREIZ KANN DURCH EINE GESAMTTHERAPIE AUSGELÖST 
  WERDEN


                        ARNDT - SCHULZE - REGEL


a) schwache Reize wirken anregend
b) starke Reize lösen Anpassungsvorgänge aus
c) zu starke Reize wirken lähmend oder schädigend auf das Organ
d) zu schwache Reize bleiben wirkungslos

                          DR. RONX - GESETZE


1) Knochen    = zur Stabilisierung    => Druck/Stoß
2) Knorpel    = zur Stabilisierung    => Druck/Zug, Pumpbewegung
3) Bindegew.  = Elastizität erhalten  => Dehnung
4) Muskulatur = zur Erhaltung         => Kontraktion/Entspannung
5) Nerv       = Zur Anregung          => Kurze schnelle Dehnreize
                Leitfähigkeitserhalt.    auf Sehnen, Muskeln



                            ZU GROßER REIZ  


1) ERMÜDUNGSZEICHEN      - Gähnen
                         - abnehmende Leistungskurve
                         - Konzentrationsmangel
                         - Koordinationsschwierigkeiten
   Therapiepause         - Muskelzittern
      1:3                - Atmung erhöht/verringert
                         - Puls erhöht/(gesenkt)
                         - Blutdruck verringert/(erhöht)

2) ÜBERMÜDUNGSZEICHEN    - Schmerz
                         - steigende Verletzungsgefahr
                         - Kreislaufkollaps
                         - Übelkeit
                         - Schlafstörungen
                         - stark abfallende Leistungskurve
                         - (erhöhte Temperatur)


                               LAGERUNG


1) Behandlungslagerung

   - bequem
   - entspannt, schmerzfrei
   - warm
   - Besuch (Eltern bei Kindern)
   - gut belüfteter Raum
   - zu behandelnde Gelenke freihalten

2) Lagerung zur Kontrakturprophylaxe

   - bei Amputationen (Stump fixieren)

3) funktionsgerechte Lagerung
   
   - Ellbogengips rechtwinkelig
   - Spitzfußkasten

4) spezifische Lagerungen
   
   - hoch/tief Lagerungen


                         PASSIVES DURCHBEWEGEN

- wenn der Patient nicht bewegen kann oder darf (Koma)
- Kontraktur Prophylaxe um die Gelenke gängig zu halten
- Durchblutung verbessern
- Tonus Regulation
- Bewegungsvorstellung erhalten/wiedererlangen

kann auch vom Patienten oder von Angehörigen durchgeführt werden

kann in allen Gelenken durchgeführt werden

einachsig oder in PNF-Mustern (mehrachsig)

Wichtig ==> Ausgangsstellung des Therapeuten (gerader Rücken)  
            Lagerung des Patienten (Behandlungslagerung)  

Bewegen immer unter minimalem Zug

immer rythmisch arbeiten  16 - 60 Wiederholungen pro min


                               DIE HAND

PIP II - V    Proximale interphalangeal Gelenke (Mittelgelenk)

DIP I - V     Distale interphalangeal Gelenke (Endgelenk)

DIP und PIP sind biconvexe und bikonkave Gelenke

Grundgelenk   900 Flexion / 100 - 200 Extension

Mittelgelenk  1000 - 1100 Flexion / 00 Extension

Endgelenk     600 - 700 Flexion / 00 Extension

Proximal dicht am Gelenkspalt mit einer Hand fixieren daumen oben 
Distal direkt am Gelenkspalt führen mit Daumen und Zeigefinger 

jedes Gelenk 5x Flex/Ext ca 3-4 mal täglich


Daumengrunggelenk:  Sattelgelenk

Flex/Ext => seitlich

Abd/Add  => auf und zu (Pacman)

Oposition/Reposition  => Daumen zum 5. Finger und zurück

fixieren am Trapezium, ganzen Daumen in der anderen Hand 



                            DAS HANDGELENK


Dorsal Ext       600-900
Palmar Flex      800-900

Ulnar Abd        400-600
Radial Abd       100-250

Supination       700-900
Pronation        700-900

Unterarm proximal vom Gelenk fixieren, Hand in Hand bewegen 


                          DES ELLBOGENGELENK


Rückenlage => Oberarm fixieren => bewegen in Pronation 
                                             Nullstellung
                                             Suppination 


                          DAS SCHULTERGELENK

Hauptsächlich durch Bänder und Muskeln gehalten
wenig Gelenkfläche => große Beweglichkeit

Durchbewegen besonders Flex und Abd damit Recessus (Falte der 
Gelenkkapsel) nicht verklebt

Durch Schrumpfung Bänder/Kapsel erfolgt eine Verlagerung des
Humeruskopfes nach ventral/cranial => Bewegungseinschränkung

Flex             1500-1700
Ext              400 -600
Abd              900
AR               700 -900
IR               600 -800


Flex in Rückenlage 

Abd  in Rückenlage, Schulterblatt fixieren, Arm untergreifen 

AR + IR in Rückenlage Abd im Schultergelenk + Flex im Ellbogen je 900

Scapula in Seitenlage hoch und runter schieben 
                      zur Mitte und nach außen  
                      drehen 

        in Bauchlage unterfassen und hoch und runter schieben 


                            DAS HÜFTGELENK

Flex  1300 - 1500

Ext   100

Abd   400  - 500

Add   300  - 400


Flex  eine Hand Ferse, eine Hand Oberschenkel dorsal, klappt um 

Abd   Bein untergreifen, Spina iliaca festhalten 

Add   ein Bein übers andere schlagen und aufstellen 

IR/AR Rückenlage: 90 0 Flex in Hüfte/Knie, US auf Arm, OS drehen 
      Bauchlage:  90 0 Flex im Knie, beide Spina Kontakt zur 
                       Unterlage, Spina festhalten 

Ext   US auf Arm, Hand OS dorsal, andere Hand auf Os sacrum um 
      Endstellung fest zu stellen, beim Bewegen Glutaeus fixieren 



                            DAS KNIEGELENK


Flex  1400 - 1600 

Ext   00


Beinachse: Mitte Femurkopf durch Mitte Tibiaplateau zum
           Fußgelenkgrübchen
           1700 oder 1800 (manche tollerieren leichtes X-Bein)
           von vorn = Varus - Valgus - Linie


Schlußrotation: In der Streckung wird das Gelenk auf den letzten
                Graden durch eine leichte Innenrotation des Femur
                und eine leichte Außenrotation der Tibia (50)
                verriegelt

Minisci immer in der Hauptbelastungszone, wandert also bei
Belastung nach hinten,entsprechend Femur


Flex   Rückenlage wie bei Flex Hüftgelenk 
       Bauchlage Femurcondylen fixieren, andere Hand Fuß 

Rotation wird durch Ext automatisch erreicht (Schlußrotation) 

Patella  eine Hand unter Knie, andere Hand auf Oberschenkel 
         Patella nach caudal schieben 


                           DAS SPRUNGGELENK

Oberes Sprunggelenk:

Dorsal Ext    200 - 300

Plantar Flex  400 - 600

gebildet aus: Tallus, Tibia, Fibula

Malleolengabel aus: Tibia  => medial  => höher
                    Fibula => lateral => niedriger

Dorsal Ext geht passiv weiter als aktiv weil Fibula und Tibia
           sich seitwärts auseinanderbewegen


Unteres Sprunggelenk:

gebildet aus: 2 Kammern

              hintere Kammer => zwischen Calcaneus + Tallus
           
              vordere Kammer => zwischen Naviculare + Tallus

Suppination                       Pronation

Ferse = Suppination               Ferse = Pronation

MF    = Inversion                 MF    = Eversion

VF    = Adduktion                 VF    = Abduktion

fibulare Adduktion => nach außen

tibiale Adduktion  => nach innen


Ext   Ferse hängt über Bank hinaus, Rolle unter Knie, Malleolen 
      fixieren, Zug an Ferse, Druck auf Fuß mit Unterarm 

Flex  Lagerung wie Ext 
      Bewegende Hand an Mittelfuß, Daumen unten 

Sup / Pro   wie Flex, Gelenk in 10 0 Flex einstellen 

tibiale Add   Ferse auflegen, Ende Sehne tibialis anterior fixieren 

fibulare Add  Ferse auflegen, Nase 5. Zeh fixieren 

     Die Zehen




Die Zehengelenke entsprechen den Fingergelenken

Aber anstatt MCP  => MTP I-V

Kein Sattelgelenk wie beim Daumen

Flexion    450

Extension  400 - 500



Grundgelenk:   proximal vom Gelenk fixieren, Daumen auflegen, 
               Finger unter Fuß, Zeh im Pinzettengriff 

Mittelgelenk:  proximal fixieren, Großzeh hat keins, 
               Pinzettengriff (seitlich), bis 0-Stellung 

Endgelenk:     wie Mittelgelenk (+ Großzeh) 


Bewegen der Metatarsalen + ausprägen des Quergewölbe 




        SCHÜTTELUNGEN



passive Technik für den Patienten

- zur allgemeinen Entspannung
- zur Schmerzlinderung (Arthrose, WS-Syndrom)
- zur Lockerung der Gelenkumgebenden Muskulatur
- zur Durchblutungsförderung
- Thoraxschüttelungen zur Sekretlösung/förderung

grobe Schüttelungen unter leichtem Zug

feine Schüttelungen mit mehr Zug


                 Beinschüttelungen in Rückenlage

- Schüttelung am gesamten, gestreckten Bein
  Bein in leichter Flex, Abd, AR
  Vorraussetzung => Knie intakt

  Richtung       => sagital
  Knöchelgriff   => beide Hände um Malleolen (etwas proximal)

- Schüttelung am Oberschenkel
  Oberschenkel senkrecht, Knie 900 Flex, 
  Unterschenkel auf Arm/Schulter Therapeut  
  => wenn Knie geschädigt

  Richtung       => sagital
  Kniegriff      => proximal vom Knie, eine Hand oben,
                    andere Hand unten

- Schüttelung ischioqurale-, Wadenmuskulatur
  beide Beine angestellt, Fuß fixieren

  Richtung       => frontal
  Kniegriff      => auf Knie

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
- Beinschüttelung in Bauchlage
  wirkt hauptsächlich auf die Wade, wenig auf die ischioqurale
  => Knie 900 Flex

Richtung         => frontal
Fußgriff         => wie am Spazierstock



                 Armschüttelungen in Rückenlage


- Schüttelung ganzer Arm
  Arm in 900 Abd

  Richtung       => frontal
  Griff          => Hand in Hand

- Schüttelung Oberarm
  Arm in 900 Abd, Ellbogen leichte Flex
  Unterarm ausgeschaltet

  Richtung       => sagital
  Griff          => am Ellbogen, Unterarm Pat. auf Unterarm Ther.

- Schüttelung Schultergürtel/Thorax
  Arm in 900 Abd, Ellbogen gestreckt, 
  Erst Zug auf Arm, dann weiterziehen <=> nachlassen

  Richtung       => Armlängsachse
  Griff          => Hand in Hand, andere Hand am Ellbogen

- beidarmige Schüttelung
  Therapeut hinter Patient, Arm in 900 Abd, Ellbogen 900 Flex

  Richtung       => frontal
  Griff          => Hand in Hand


                Rumpfschüttelungen in Rückenlage


- Schüttelung des gesamten Rumpfes von den Füßen ausgehend
  Vorraussetzung => Knie intakt, Knie gestreckt, beide Beine
  Kopf und Schultergürtel unterlagern

  Richtung       => frontal, Körperlängsachse
  Knöchelgriff   => etwas proximal der Malleolen

- Schüttelung des gesamten Rumpfes von einem Bein ausgehend
  => bei LWS-Syndrom, Knie gebeugt, Unterschenkel Patient auf
  Unterarm Therapeut

  Richtung       => Beinlängsachse
  Griff          => proximal vom Knie

- Thoraxschüttelung vom Becken auf Brustkorb wirkend
  Klötze unter Unterschenkel

  Richtung       => frontal
  Griff          => auf Höhe der Spinae Arm unter Becken des 
                    Patienten schieben, mit den Fingern schütteln

- Thoraxschüttelung vom Brustkorb auf Becken wirkend
  Klötze unter Unterschenkel

  Richtung       => frontal
  Griff          => auf Höhe des frontotransversalen Thorax ’ Arm
                    unter Brustkorb des Patienten schieben,
                    mit den Fingern schütteln


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


- Rumpf in Seitenlage
  Achtertour, Gegeneinanderbewegen Becken/Thorax

  Richtung       => sagital + transversal
  Griff          => Hand und Unterarm auf Becken und Thorax


       MUSKELWERTE




5   100% Muskelkraft (normal)
             Der Muskel ist in der Lage den vollen Bewegungsweg gegen
             Wiederstand auszuführen und verträgt am Ende einen Halte-
             wiederstand.
             5-10 Wiederholungen



4   75% Muskelkraft (gut)
             Der Muskel ist in der Lage den vollen Bewegungsweg gegen
             Führungswiederstand auszuführen.
             5-10 Wiederholungen



3   50% Muskelkraft (ausreichend)
             Der Muskel ist in der Lage den vollen Bewegungsweg gegen  
             die Schwerkraft auszuführen.
             3-5 Wiederholungen



2   25% Muskelkraft (schwach)
             Der Muskel ist in der Lage den vollen Bewegungsweg gegen
             Reibungswiederstand oder assistiv auszuführen.
             3-5 Wiederholungen



1   10% Muskelkraft
             Muskelzuckungen, am Besten an der Ansatzsehne zu tasten.
             Bei großflächigen Muskeln flächig tasten.
    


0   0% Muskelkraft
             keine Muskelzuckungen feststellbar, keine Innervierung.


Isometrie        bis kurz vor die Schmerzgrenze arbeiten,
                 (7-30 sec), 5-12 Wdh
                 => schnelles Aufbauen von Kraft
                    Energieverbrauch niedrig


Isotonie         konzentrisch => Energie 1/4 Bewegung
                                         3/4 Wärme

                 exzentrisch  => verbraucht nur 1/4 der Energie
                                 der Konzentrik


Bei schwachen Patienten vorder Konzentrik erst isometrisch und
exzentrisch arbeiten, um aus der Annäherung un mit günstigem
Ausgangswinkel zu arbeiten.




Parese:   Teilweiser Verlust der Kontraktionsfähigkeit durch 
          Nervenschädigung

Paralyse: Totalverlust der Kontraktionsfähigkeit
          

Muskelschwäche: - durch Ruhigstellung (Gips, wegen Schmerzen)
                - Störung im Muskelstoffwechsel
                - Durchblutungsstörung => distal von arteriellen
                                          Verschlußkrankheiten
                - Muskeldystrophie => Muskel wird bei jeder 
                                      Bewegung weniger
                - nach Verletzungen der Muskulatur (Vernarbung)
                - Rheuma

       PARALYSE/PARESE




- Gelenk beweglich halten (passiv) um Schmerzen zu vermeiden
  (zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen)
- Arm nicht ständig hängen lassen, da sonst Gefahr der 
  Subluxation, Überdehnung
- Bei Peronaeus (Fußheber) Parese (schlaff) immer Bettkasten, um
  Fuß in Funktionsstellung zu bringen => Verhindern des Spitz-
  fußes
- Lagerung: Arm  => leichte Abd, Flex, Ellbogen Flex
            Hand => leichte Dorsal Ext, leichte Finger Flex (GG)
- Patient soll sich selbst passiv Durchbewegen
- Orthesen: Peronaeusschienen um Stolpern zu verhindern, nur 
                              kurzzeitig anwenden
                              wenn nur Muskelschwäche reicht
                              eine Elastischebinde
            Glenzackschienen  bei Peronaeusparese für Dauerver-
                              sorgung, Vorteil: DExt und PFlex
                              möglich durch Gelenk auf Höhe der
                              Malleolen, Nachteil: feste Sohle
            Valeusschiene     wie Glenzackschiene nur Fußteil 
                              wird durch Schuh ersetzt             
  Beachten: Patient darf fehlende DExt nicht durch Hyperextension
            im Knie kompensieren
- Parese Quadrizeps => Schiene für Knie, aber nicht ständig 
  anlegen, Druck auf Muskel (durch festschnallen) führt zu
  Atrophie => Bandage, Stöcke, UGS




 THERAPIE DER PERONAEUSPARESE




1. Ziel = Förderung der arteriellen Durchblutung
          - aktive Bewegung (evtl. andere Extremität)
          - Güsse, Kryo-Langzeit, Balneo, Stangerbad, 4-Zellen Bad
          - tonisierende Massage (inclusive Reibungen)
          - Elektrotherapie
          - BGM => Kreuzbein, Gesäß, Oberschenkel

2. Ziel = Förderung des venösen Rückstromes
          - Lagerung => Fuß hoch
          - passiv Bewegen
          - Lymphdrainage, Massage, intermittierende Drückungen
          - Kompressionsverband, Strümpfe

3. Ziel = Verhütung/Beseitigung von Gelenkkontrakturen
          - Kryo-Langzeit, detonisierende Massage
          - passives Durchbewegen
          - Muskeldehnung, Schlingentisch
          - manuelle Therapie (gegen Kapselschrumpfung)

4. Ziel = Muskulatur erhalten/verbessern
          - Atrophie aufhalten, Kontraktionsleistung verbessern
          - Alltags- und Gebrauchsbewegungen trainieren
          - Ausweichmechanismen überprüfen/korrigieren
          - wenn Muskel unter 2 => Innervationsschulung
                           ab 2 => Muskelschulung
          - Kryo-Kurzzeit =>tonisierend, Eistapping
          - Drucktapping => kurzer Reiz auf Muskelbauch
          - vor Muskelschulung arterielle Durchblutungsförderung
          
          0 => Reizgriffe, Irradiation

          1 => Isometrie aus Annäherung, 2-gelenkige aus 
               Mittelstellung, Schwerkraft ausschalten 
               Isotonie assistiv, gesunde Extremität mitbewegen
               wegen Irradiation => Erhalten der Bewegungsvor-
               stellung

          2 => exzentrisch arbeiten, Isometrie, PNF, Schlingen-
               tisch, Bewegungsbad, Reaktivität (Gleichgewichts-
               reaktionen)

          3 => konzentrisch, exzentrisch, statisch
               (Alltags- und Gebrauchsbewegungen)

          
          4 => Alltags- und Gebrauchsbewegungen
               Belastung mit Körpergewicht
               Belastung mit zusätzlichem Gewicht

          5 => Kaffee trinken, Trinkgeld kassieren


5. Ziel = Sensibilität
          - Oberflächliche: verschiedene Materialien berühren 
                            lassen, physikalische Maßnahmen
          - Tiefen: Stellungen einnehmen mit visueller Kontrolle,
                    dann Kontrolle abbauen, bis Augen zu




Faszikulationen = tastbare, sichtbare Muskelzuckungen ohne 
                  äußere Einwirkung
                  z.B. Polymyolitis

==>> keine kurzen Dehnreize

     keine Exzentrik

     kein Reizstrom

     niedrige Intensität bei allen Therapieformen


       REIZGRIFFE




Bei Muskelwert 0, 1, schwach 2

Strichtapping => streichen vom Ansatz zum Ursprung

mit den Fingerspitzen: - schnelle, kurze Striche
                       - ein langer Strich
                       - kurze Schläge

=> schlagen nie auf Sehnen


Durchführung: - während der Patient mit dem Muskel eine Bewegung
                ausführt
              - erst passiv Stellung einnehmen (in Funktion)
                Patient halten lassen

=> bei Extremitäten immer beide bewegen



Eistapping: - kurze Striche, Schläge => tonisierend
            - lange Striche




                      Eislangzeitbehandlung


Kreisende Bewegungen ca. 10 min

z.B. Knie medial Patella, 10 cm über Patella bis lateral Patella


==>> Wirkung detonisierend

Vorteile gegenüber Coolpack
- angenehmer
- trotzdem stärkerer Reiz
- gezielter 
- gleichmäßiger
- länger anhaltend
- besser detonisierend


                Übungen für die Peronaeus Parese


Ab Muskelwert 2:

Immer erst den gesunden, dann den kranken und dann beide Füße 
zusammen beüben.

Rückenlage:

Unterschenkel leicht erhöht, Ferse hängt über

Dext, PFlex, Abd, Add Sprunggelenk und Ext Großzehe beüben
- konzentrisch
- exzentrisch
- isomertisch

Freie Hand gibt Wiederstände am Knie um den Wechsel der distalen 
Hand zu ermöglichen, Spannung nie abfallen lassen

Werden die Flexoren Hüfte und Knie angefordert folgt automatisch 
eine Dext im Fuß

AR hüfte verstärkt die Supination im Fuß

IR Hüfte verstärkt die Pronation im Fuß


Eigenübung

Rückenlage, leichte Knie Flex => Ferse nach unten, vorne drücken



       DER GANG


Die Füße sind normalerweise leicht nach außen gestellt
=> Divergenz
(Konvergenz nach innen)

Funktionelle Fußlängsachse
vom Großzeh zur Ferse lateral => zeigt nach vorne

Die Knie stehen über der funktionellen Fußlängsachse

Ext/Flex Achse des Knie liegt in der Frontalebene


Für die Spielbeinphase bis zum ersten Fersenkontakt werden die
Muskeln für die Dext benötigt 

In der Standbeinphase bis Zehenablösung werden die Muskeln für
die PFlex benötigt (auch Ext digitorum für Pronation)


Besonders zu beachten bei der Standbeinphase 

- Stabilisation, Gewichtsverlagerung
- Regelung Schrittgröße, Tempo
- bei Schwäche im Fuß/Unterschenkel während der Standbeinphase
  => Schwierigkeiten setzen sich nach oben fort
- Ferse     => supinatorisch
- Mittelfuß => inversorisch
- Vorfuß    => pronatorisch


       Schulen der kurzen Fußmuskeln => Aufbau Fußgewölbe

Patient auf Hocker, Oberschenkel parallel, Füße Hüftbreit ausein-
ander, FFLA nach vorn

Druckverstärkung Ferse lateral               => Supination
Druckverstärkung Großzehenballen medial      => Pronation

Hilfen: Knie gegen Wiederstand nach lateral drücken
        => Supination der Ferse

Wenn gut eingestellt => Spielen mit den Zehen in Flex/Ext
                     ==>>> beide Füße gleichzeitig

Auch in Bauchlage mölich, Knie in 900 Flex, Therapeut stellt 
Ferse in Supination ein, Vorfuß passiv, assistiv, aktiv in
Sup und Pro beüben, Stretch möglich auch mit Zehen spielen
                  Klötzlispiel (mehr Belastung)

ASTE: Sitz auf Bankkante mit leichter Knie Flex
      Beine sind parkiert
      Oberschenkellängsachsen sind parallel
      FFLA zeigt nach vorn

Vorübung (Löwenübung)
Handgelenk fassen, Arm nach oben ziehen 
=> Streckung, Kopf bleibt frei
Steißbein absacken lassen, Arme runter nehmen
=> guter, aufrechter Sitz

Körperpunkte erklären
Brustbeinspitze - Bauchnabel
Bauchnabel - Schambein 

=> mit Daumen - Kleinfinger Abstand fassen, diesen nicht verändern
   damit die Klötzli übereinander bleiben, Schulter bleibt locker

Übung Oberkörper wippen in Flex/Ext
      bei Flex => Druck auf Vorfuß => Ferse darf abheben
      bei Ext  => Druck auf Ferse  => Vorfuß darf abheben

      mit Augen Punkt fixieren => Kopf bleibt frei beweglich
      bei Oberbauchschwäche Hilfe geben
      schnellere, kleinere Bewegungen => Stabilisation
      Tempo bis zu 120/min

      beachten, daß die Bewegung in den Hüftgelenken ausgeführt 
      wird, nicht in der Wirbelsäule 
      => Abstand Spina - Oberschenkel muß sich verändern 



Steigerung durch Übernahme des Körpergewichtes (ab Muskelwert 3)

ASTE: bleibt gleich, Hände auf Brustkorb parkieren

Schwerpunkt: Flex mit Fersen abheben

- Schwung ausnutzen um sich kurz von der Bank zu lösen => Zehenstand
- Stehen bleiben
- langsam zurück fallen lassen
- dann Dext => Zehen abheben
- auf dem Rückweg können auch die Beine gehoben werden => Gleichgewicht

Wichtig: im Zehenstand muß die FFLA vertikal stehen, nicht nach 
         innen oder außen abkippen, Knie genau über Großzehen-
         grundgelenk
Intensitätssteigerung PFlex: 

- länger stehen bleiben
- langsamer zurück lassen


Intensitätssteigerung DExt:

- gelähmtes Bein vorstellen, Ferse Höhe Vorfuß
  => Belastung Ferse bei Flex => gesundes Bein Ferse abheben
                                 krankes Bein Zehen abheben

Bei Neigung zu X-Beinen:

- Beine kreuzen
- bei Flex => Vorfußbelastung hinteres Bein
              Fersenbelastung vorderes Bein

Bei instabilen Sprunggelenken:

- an Ecke abstützen
- Becken geradlinig vor und zurück bringen
- Zehenstand - Hackenstand


             Symetrisches Abrollen (ab Muskelwert 4)

ASTE: 2-Beinstand

Schwenken der Arme vor und zurück, schnell und unter Spannung

=> Arme vorn   => DExt
   Arme hinten => PFlex

weiter Intensitätssteigerung:

ASTE: Schrittstellung,FFLA nach vorn
      vorderer Fuß in DExt
      hinterer Fuß in PFlex

=> trippeln mit leichter Knie Flex

Beachten: Divergenz betonen => Knie nach außen
          Knie gebeugt, fester Winkel => Belastung Oberschenkel

Patient befragen: Wo spürt er etwas ?
                
Antwort:          US PFlex => Wade
                  US DExt  => M. tibialis anterior
                  Oberschenkel => Vastus medialis des M. Quadrizeps


       TRAKTIONEN



                            Endgefühl


- tritt physiologisch auf
- kann auch pathologisch sein
- Bewegung wird so weit wie möglich aktiv durchgeführt,
  dann entspannen und passiv prüfen
- nicht federn
- 2-3 mal forciert nachdehnen


physiologisch:  - weich elastisch (Knie Flex, Muskel auf Muskel)
                - fest elastisch  (Hüft Ext, durch Bänder/Kapsel)
                - hart elastisch  (Ellb. Ext, Knorpelstop)

pathologisch:   - weniger Elastizität
                  weich => Muskulatur => dehnen
                  hart  => Kapsel, Bänder, Sehnen => Traktionen
                - mehr Elastizität
                  Muskelkraft trainieren
                - hart, nicht elastisch
                  wahrscheinlich knöcherner Stop => Arzt
                - kein Endgefühl
                  bei Schwellungen, Entzündungen, Hypermobilität
                  Schmerzen


                        Traktionen        

- Zug, der die Gelenkpartner von einander entfernt
- Es können beide Gelenkpartner traktiert werden
- Zug rechtwinklig zur Behandlungsebene

Behandlungsebene    - liegt am konkaven Gelenkpartner
                    - ist der zu behandelnde (distale) Gelenkpartner
                      konkav, kann die BE wandern und die Traktion
                      in jeder Richtung durchgeführt werden => Finger
                    - ist der distale Gelenkpartner konvex, steht
                      die BE fest und auch die Richtung der Traktion
                      ist festgelegt => Schulter 

Ruhestellung        - Stellung in der sich ein Gelenk am besten
                      traktieren läßt
                    - alle gelenkumgebenden Strukturen sind optimal
                      und gleichmäßig entspannt
                    - geringster Gelenkschluß

Nullstellung        - Stellung für Gelenkmessungen
                    - ist nicht mit der Ruhestellung identisch

verriegelte         - alle Strukturen gespannt
Stellung            - größter Gelenkschluß
                    - nie Traktionen wegen Überdehnung
                    - Traktionen über verriegelte Stellungen
                      hinweg sind möglich

aktuelle            - wenn der Patient die Ruhestellung nicht 
Ruhestellung          einnehmen kann, wird die Traktion in der
                      aktuellen Ruhestellung durchgeführt
                    - Stellung die der Ruhestellung am nächsten
                      kommt, kurz vor Schmerzgrenze
                    - Patient muß noch entspannt sein
                    - Zugrichtung bei konvexen Gelenkpartnern
                      gleich der Zugrichtung in der normalen
                      Ruhestellung


                             3 Stufen

I - Stufe    Piccolo-Traktion, Kapsel hängt noch durch, Gelenkpartner
 (lösen)     nicht getrennt, entsteht schon durch festen Griff
             5-7 sec, 5-10 mal

II - Stufe   Slack aufgehoben => Kapsel straff
(straffen)   Gelenkpartner etwas entfernt, Weg sichtbar
             5-7 sec, 5-10 mal

III - Stufe  Kapsel wird gedehnt, Dehnung auch aller anderen
 (dehnen)    Strukturen (Bänder)
             Zeitlich etwas länger bis 10 sec 5-6 mal

bei Traktionen in Stufe III nicht ganz herrausgehen, nur zurück
bis Stufe I oder II


Ziele               - Vorbereitung zur Mobilisation => III
                    - Förderung der Durchblutung    => I + II
                    - Schmerzlinderung              => i + II
                    - Verbesserung der Elastizität
                      der gelenkumgebenden Strukturen => III
                    - klare Aussage über den Befund


Kontraindikationen  - Osteoporose
                    - gelenknahe Frakturen
                    - Osteosynthesen
                    - Kunstgelenke
                    - Knochentumor,TBC
                    - entzündliche Prozesse


Scherzen nach/während der Traktion => keine weitere Mobilisation
=> Rücksprache Arzt => Entzündung ?

          HAND



Finger II - V

Ruhestellung           leichte Flex in allen Gelenken
verriegelte Stellung   900 Flex im Grundgelenk, Rest Ext
      
alle distalen Gelenkpartner konkav
Hautfalten bilden, um nicht durch die Haut gestopt zu werden

Durchführung           II + III von einer, IV + V von anderer Seite
                       Endgelenke evtl. seitlicher Griff oder Spatel
                       P. Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger Th.


Daumengrundgelenk

Ruhestellung           Mitte zwischen maximaler Abd/Add und Flex/Ext
verriegelte Stellung   maximale Opposition

Abd/Add  => Konvexregel
Flex/Ext => Konkavregel

Durchführung           Trapezium in Tabatiere fixieren
                       Zeigefinger Th. hakenförmig aneinander


Handgelenk

Ruhestellung           leichte DExt und Ulnar Abd
verriegelte Stellung   maximale Dext

Konvex-Regel

Durchführung           fixieren an Styloideen, leicht schräg
                       Kleinfinger Th. in Hand P. einhaken
                       Zeigerfinger Th. dicht beieinander


           ARM




Ellenbogen (proximales Radio-Ulnar Gelenk +  Humero-Ulnar Gelenk)

Ruhestellung           700 Flex + 350 Sup
verriegelte Stellung   maximale Flex + Sup 
                       oder maximale Ext + Sup

Radius konvex zur Ulna konkav, Radius konkav zum Humerus konvex
Ulna konkav zum Humerus konvex

Durchführung           proximales Radio-Ulnar Gelenk
                       Rückenlage, für die Ellenbogen Flex kann die
                       Kopfstütze genutzt werden
                       Sup/Pro                       
                       Fixation am Oberarm => Zeigefinger auf das
                       Radiusköpfchen oder Gelenkspalt  
                       'Zierliche Hand' mit Daumen und Zeigefinger
                       nur am Radius proximal Handgelenk
                       Traktion durch Körperdrehung ohne hebeln                    

                       Humero-Ulnar Gelenk
Probetraktion          nur bis Stufe 2
                       Patient sitzt auf Hocker, Handgelenk auf
                       Schulter Therapeut, fixieren am Oberarm

Behandlungstraktion    Aste wie bei proximales Radio-Ulnar Gelenk
                       Sandsack unter Oberarm => Olecranon frei
                       Gurt um Bank, über Oberarm, unter Thorax,
                       Handgelenk Patient auf Schulter Therapeut,
                       Traktion mit beiden Händen gelenknah,
                       nicht mit der Schulter hebeln


Schulter

Ruhestellung           550 Abd + 300 horiz. Add => Ebene der Scapula
                     + leichte IR + 900 Ellenbogen Flex
verriegelte Stellung   maximale Abd + AR + 900 Ellenbogen Flex

Konvex-Regel

Durchführung

Probetraktion          ASTE: Sitz auf Hocker
                       Fixation um Acromion, andere Hand am Oberarm
                       unter Achselhöhle (gelenknah), 
                       Unterarm Patient auf Unterarm Therapeut
                       Zugrichtung in Verlängerung Scapula

                       ASTE: Rückenlage
                       Fixation durch Körpergewicht bei freiem
                       Oberkörper, eine Hand von oben auf
                       Humeruskopf, andere Hand am Oberarm unter
                       Achselhöhle (gelenknah)
                       Unterarm Patient auf Unterarm Therapeut


Behandlungstraktion    ASTE: Rückenlage
                       Fixation mit Gurt um Thorax Patient dicht
                       Achselhöhle und um ein Rohr der Bank
                       Gespannt wird entgegengesetzt zur 
                       Traktionsrichtung
                       Hand des Therapeuten um Oberarm Patient
                       dicht unter Achselhöhle
                       Zweiter Gurt um Hüfte Therapeut und um
                       die Hand am Oberarm
                       andere Hand stützt den Unterarm des Patienten
                       Traktion durch Gewichtsverlagerung
                       des Therapeuten


Schulter  Traktion mit Caudalgleiten

                       Banane unter Achsel, nach cranial festbinden
                       Oberkörper gurten

                       Oberarm nach caudal ziehen
                       UA P. auf UA Th., Griff etwas distal

                       Traktion entsteht automatisch da der Humerus
                       an der Banane vorbei muß

                       ohne Banane
                       rechte Hand macht Picolotraktion
                       linke Hand schiebt Humeruskopf nach caudal
                       (erst gesamten Schultergürtel)
                       nicht auf Acromion drücken, nur auf
                       Humeruskopf


Hüfte

Ruhestellung           300 Flex, leichte Abd, leichte AR
                       bei Coxarthrose auch ohne Abd/AR
verriegelte Stellung   max Ext, Abd, IR

Konvex-Regel

Durchführung           a) gestrecktes Bein
                          proximal um Malleolen fassen
                          nach hinten lehnen
bei freiem Oberkörper  b) kurzer Hebel
keine Gurtung             z.B. bei Genu recurvatum
notwendig                 fixieren dicht über Knie, oben und unten
                       c) schweres Bein
                          Th. sitzt auf Hocker, US P. auf Schulter
                          des Therapeuten, beide Hände verschränkt
                          auf Quadrizeps dicht an Leistenbeuge

                       
Knie

Ruhestellung           200 bis 300 Flex
verriegelte Stellung   max Ext (max Flex)

Konkav-Regel

Durchführung

Probetraktion          Bauchlage, Fixation proximal Knie
                       andere Hand um Malleolen, proximal

Behandlungstraktion    Bauchlage, mit Gurtung proximal Knie
                       Traktion mit beiden Händen
                       oder
                       Sitz auf Bankkante
                       Traktion mit beiden Händen am Tibiakopf


OSG + USG

Ruhestellung           100 PFlex

verriegelte Stellung   max DExt

Durchführung

Calcaneus              Rückenlage, Ferse hängt über, Fuß an
                       Oberschenkel Th. seitlich, fixieren um 
                       Malleolen
                       Zug am Calcaneus in Verlängerung des US

Talus                  Rückenlage, Ferse auf der Bank
                       evtl. Gurten um Malleolen mit Polster
                       Hände verschränken, Kleinfinger auf Spann
                       vor Malleolen, Daumen unter Sohle
                       Traktion in Verlängerung US
                       nicht Hebeln



MTP

Ruhestellung           leichte Ext, SG in Nullstellung

Durchführung           siehe Hand


DIP/PIP                siehe Hand



                    Dehnen äußere Seitenbänder

vordere Anteil   => in max PFlex
mittlere Anteil  => in Nullstellung
hinterer Anteil  => in max DExt

Ferse fixieren, Vorfuß in Supination drücken



                    Dehnen innere Seitenbänder           

wie äußere, aber Vorfuß in Pronation drücken



                   Durchbewegen der Metatarsalen

ähnlich der klassischen Massage

II steht fest => fixiert

I   gegen   II   ist fixiert
III gegen   II   ist fixiert
IV  gegen   III  ist fixiert
V   gegen   IV   ist fixiert

           AVK



- ARTERIELLE VERSCHLUSSKRANKHEIT
- Schaufensterkrankheit
- Gefäßverengung der Arterien
- vorwiegend in den Beinen
- erst spürbar wenn 50% des Volumens fehlt
- Ruheschmerz erst wenn nur noch 20% des Volumens übrig sind
  => Bettlägerigkeit


4 Stadien

I     Anfangsstadium
      - arterielle Pulse abgeschwächt
      - kalte Füße

II a  gut kompensierter Verschluß 50%
      - Gehstrecke über 50 m 

II b  schlecht kompensierter Verschluß
      - Gehstrecke unter 50 m

      Kompensation durch Bildung von Collateralgefäßen zur 
                   Umgehung des Verschlusses 
                   + Stoffwechselumstellung
                     => mehr 02 im Blut

IIa+b - distal des Verschlusses keine Pulse tastbar
      - letzter Puls vor Verschluß häufig verstärkt

III   - Ruheschmerzen (80% verschlossen)
      - keine tastbaren Pulse
      - meißt im Akutkrankenhaus
      - selten mit Schmerzen kurze Strecken gehen
      - sichtbar schlechte Hautdurchblutung
        (Decubitusprophylaxe besonders wichtig)

IV    Gangrän
      - nekrotische Veränderung der Haut
        (müssen entfernt werden)
      - höchstwahrscheinlich Amputation notwendig
      - keine KG mehr, nur Lagerung, Infusion, usw.

OP Versorgung
- Bypass mit körpereigenen (meißt Bein) Venen
- im den 1. drei Monaten kein Stress auf Gelenke in der Nähe der
  OP (keine max Ausschläge), nur zwischen 00 bis 600 Flex
  manchmal mehr zum freihalten
- Ausheilung nach ca. 3 Monaten
- durch OP zurück nach Stadium IIa
- dann noch Erweiterung der Gehstrecke möglich
                          Verschlußtypen


Unterschenkel-Typ    => peripherer-Typ, popliteal Puls tastbar

Oberschenkel-Typ     => femoralis Puls tastbar

Becken-Typ           => Verschluß im Bauch/Becken Bereich
                        kein femoralis Puls tastbar (selten)




                          RATSCHOW TEST


- Bein hochlagern
- Tretbewegungen mit Fuß durchführen
- beide Beine, oder auch einzeln
- am Anfang der Behandlungszeit
- Tretbewegungen zählen
- wenn über 60 Tretbewegungen => Zeit messen
- nicht über 90 Sekunden
- über Initialschmerz hinaus testen => relative Schmerzgrenze
- trainiert wird mit 2/3 des Testergebnis
  oder bis zum Initialschmerz
- einmal pro Woche Test überprüfen
- Im Sitz Beine hängen lassen
- beim Gesunden sollte die erste Rötung nach ca. 5 sec eintreten
  (Zehenspitzen) => AF = arterielle Füllung
- vollständige Füllung => VF = venöse Füllung nach ca. 20 sec
  beim Gesunden
- nicht blutgefüllte Bereiche im Befund vermerken
- allgemein 2-3 Trainingssequenzen am Tag
- bei AVK-Patienten: AF 10-20 sec, VF bis 2 min
- Im Stadium 3 sind Tretbewegungen und auch tieflagern teilweise
  nicht möglich
  => Bein nur hochhalten, dann waagerecht oder leicht geneigt 
     ablegen (im Bett)
- bei Bypass => nicht so hoch lagern, wegen Dehnung oder Quetschung 
                von Gefäßen



                            Gehstrecke

- unter 400 m => jede Woche überprüfen
- Schrittfrequenz im Befund vermerken

                             Training


pripherer-Typ          Ratschow => 2/3 Prinzip, 3-4 mal
                                   insgesamt 10-15 min         

                       Fußgymnastik



Oberschenkel-Typ       Zehenstand => 2/3 Prinzip, 2-3 min Pause
                                     insgesamt 10-15 min

                       alle Übungen des peripheren-Typ



Becken-Typ             Kniebeugen => 2/3 Prinzip, 2-3 min Pause
                                     insgesamt 10-15 min

                       Ausfallschritte => s.o.

                       Beckenaufzug => s.o.

                       Fahrradfahren => mit 50 W => 2 min
                                        mit 75 W => 1 min
                                        2-3 mal wechseln

                       alle Übungen des peripheren-Typ und des
                       Oberschenkel-Typ



                          Patienten Tips

- Fußnägel vom Fußpfleger schneiden lassen, wegen Verletzungsgefahr
  Fußpfleger über AVK aufklären
- grundsätzlich vor Verletzungen schützen (Barfußgehen)
- keine engen Schuhe, nur mit weicher Sohle
- keine synthetischen Socken, besser Wolle, wegen Wärme
- Füße vor Nässe schützen (nasse Schuhe)
- leichte Absatzerhöhung empfehlenswert (2 cm)
- Schuhe mit Abrollhilfe (vorne/hinten rund)
- Schuhe mit Schleppenabsatz (seitlich verbreitert)




KG-Praxis Schulte Krankengymnastik allgemein Michael Schulte privat Digitale Fotographie
Linksammlung Medizin Linksammlung

Michael Schulte webmaster@mschulte.de
Copyright © 1998, all rights reserved