KG - GYNÄKOLOGIE





Themen    - Wochenbettgymnastik
          - Behandlung nach OP von Frauenleiden
          - Beschwerden im Klimakterium u.s.w.
          - Ablatio Mammae
          - Geburtsvorbereitung




                       Wochenbettgymnastik

Entwicklung und Physiologie der Schwangerschaft

1. Beginn der Schwangerschaft
   
   Vereinigung von Ei und Samenzelle in der Ampulle der Eileiter.
   Teilung und Wanderung des befruchteten Eies.

2. Einnistung

   6 - 7 Tage

3. Embrionalentwicklung

   bis zur 14. SSW

4. Fötalentwicklung

   bis Ende der Schwangerschaft

5. Dauer der Schwangerschaft

   40 Wochen => 270 SS-Tage

6. Hormonbildung durch die Plazenta

   Östrogen => Größenwachstum des Uterus
   Gestagen => Ruhigstellung des Uterus, Schwangerschaftsveränderungen
   HPL      => Proteohormon der Plazenta, Stoffwechselfunktion
               der Placenta, Prolactinbildung zur Vorbereitung
               der Lactation

7. körperliche Veränderungen

   - Vulva, Vagina und Portio werden livide (weich)
   - Pigmentierung im Gesicht
   - areolae mammae werden dunkler
   - linea alba => linea fusca
   - Brust nimmt durch Proliferation der Milchgänge an Größe zu
   - Leibesumfang nimmt zu => Striae

                  was passiert im Wochenbett ?

- beginnt mit Nachgeburt (Placenta) < 30 min nach Geburt
- Dauer 8-9 Wochen
- Früh- (2) und Spätwochenbett (4)

Frühwochenbett

- Milchprodunktion beginnt ab 2.-3. Tag
- vorher bekommt Baby Vormilch => Kolostrum => eiweißreich, fördert
  Abwehrmechanismus
- Rückbildung Gebährmutter durch Hormon Oxytocin und durch 
  Bauchmuskelaktivität und Beckenbodenmuskelaktivität und durch
  Reiz des Stillens
- Nachblutung erst rot dann gelb dann braun
- Damm => Abstand After - Scheide
  Dammschnitt => Episiotomie 
  Dammriß 1., 2., 3. Grades
- Gymnastik nicht direkt vor dem Stillen, erstmals am Tag nach der
  Geburt
- Brustpflege => nach Stillen an der Luft trocknen lassen 

     
Praktisch

- Sichtbefund => Gesicht, Bauch, Varizen, Ödeme
- Tastbefund  => Rectus diastase => Beine anstellen, 
                                    Kopf und Schulter abheben
              => Tasten des Uterus => direkt unter Bauchnabel
                 nach einem Tag 1 Fingerbreit tiefer usw.
                 Beine anstellen, Hände quer unter Bauchnabel
                 Kleinfingerseite dorsal/caudal drücken
- Thromboseprophylaxe, Kreislauftherapie, Atemtherapie
- Beckenboden anspannen => Scheide oder Damm hochziehen
                           gleichzeitig Bauchnabel zur WS ziehen
                        => alternativ => Spina hochziehen


                       Beckenbodenmuskeln 

- verschließen das kleine Becken nach unten
- müssen sich bei der Geburt entspannen
- nach der Geburt kräftigen => Vorbeugung Senkung
- 3 Schichten => siehe Dr. Gyn

                            Wöchnerin

normal              => 6 Tage nach Entbindung
Kaiserschnitt       => 12 Tage
Dammschnitt         => nach Bedarf

Ziele:

- Bauchmuskeln und Beckenbodenmuskeln kräftigen
- Adduktoren, Pectoralis, Rückenmuskeln, Glutaeen und Beine kräftigen
- Entspannung M. erector trunci
- Entspannung allgemein
- Tromboseprophylaxe
- Kreislauf- und Atemtherapie
- Körpergefühl fördern => Beckenboden und Bauchmuskeln
              Bauchmuskeltraining für Wöchnerinnen


- 2 Tage Körpergefühl erarbeiten
- ab 3. Tag Gruppentherapie

Gruppenregeln

- Motivation
- Zeitfaktor, Stillzeit beachten
- Vorbereitung, Organisation
- Art der Geburt und Alter beachten
- unterschiedliche Belastbarkeit


Einleitung   - Gehen in allen Variationen
             - Arme einsetzen
             - Informationen zu den Übungen

Hauptteil    - möglichst bei vielen Bauchübungen den Beckenboden 
               anspannen
             - Ziele siehe Seite 2 unten

Ausklang     - Entspannen
             - Nachspüren



9 Wochen nach der Entbindung beginnt die Rückbildungsgymnastik  


                  Komplikationen im Wochenbett


- Lochialblutung, zuviel oder zu wenig
- keine Uterusrückbildung
- Brustdrüsenentzündung
- Thrombose
- Wochenbettdepression (Hormonumstellung, ca 4 Tage)
- Kreislaufschwäche
- Fieber
- Symphysenlockerung, -dehnung, - ruptur

  Ursachen: - zu enges Becken => bei der Geburt
            - hormonbedingte Gewebelockerung => während der SS

  Therapie: - Isometrie bei Ruptur
            - Beckenbodenspannung bei Dehnung und Lockerung
            - Spina nicht hochziehen für 2 Tage
            - wenn schmerzfrei => Bauchmuskeltraining M. rectus
                                  abdominis vom Rumpf aus





                      OP's der Gynäkologie


abdominale

- Sectio (Kaiserschnitt)
- HE  => Hysterektomie (Gebährmutterentfernung)
- LAP => Laparotomie (Bauchschnitt)
- EU  => Extrauterine Gravidität
- HE + MM => Marschall Marcetti (Raffung der Scheidenwände)
- OP nach Luide (HE mit Lymphknotenentfernung, meißt weil bösartig)
- OP nach Wertheim (bei CA, alles raus)

                            Mamma-Ca

- Rezidive - Angst - Tod
- Narben, Schwellungen
- Bestrahlungsschäden
- Ödeme <=> Schmerzen
- psychischer Aspekt - familiäre Situation
- Bewegungseinschränkung
- Silikoneinlagen - Unverträglichkeit

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- häufigste Todesursache der Frau
- jede 9. erkrankt, Frauen werden immer jünger, 25+
- geographisch gehäuft => Nordeuropa, Nordamerika
               selten  => Japan, Südamerika
- mehr Ca bei Diabetes
- weniger CA => bei Frauen die lange stillen

Risikofaktoren - familiäre Häufung/Disposition
               - Neigung zu Mastopathie

Diagnostik     - Selbstbetastung nach Mensis (nicht zu häufig)
               - Mannographie, ab 35 einmal im Jahr
                               bei familiärer Disposition
               - Thermograpie (Tumor ist wärmer)
               - Probeexzession

Operation      - Achselhöhle wird mit ausgeräumt
               - Schnittführung nach Halsted => vertikal
                                     Steward => horizontal


                          KG-Behandlung

- Befund
- eigene Einstellung reflektieren
- 1.- 3. Tag => Atemtherapie, Thromboseprophylaxe
                Hand-, Armbewegungen unter Berücksichtigung der
                Schmerzgrenze (einfache Sachen)
- Ödemprophylaxe => Lagerung, Arm hoch, leicht Ausstreichen
- Mobilisation Schulter, Rumpf unter Beachtung von Fehl-, Schon-
  haltungen (fließende, harmonische Bewegungen 
             z.B. mit beiden Armen Zahlen malen)
- Beratung für alltägliches Verhalten (keine Sonnenbäder, Sauna,
                                       Sport vorsichtig)
- Kosmetikberatung
- auf Selbsthilfegruppen hinweisen


Nach der Entlassung Gruppenbehandlung

- Entspannungstherapie
- rythmische Gymnastik
- Mototherapie
- Tanztherapie
- Schwimmen

Keine starken Widerstände während der Therapie

                  Gruppentherapie bei Mamma-Ca

Voraussetzungen der Teilnehmer

- Narbe gut verheilt
- Selbstständig, seelisch fit
- ärztliches Atest (Rezept)


Ziele (allgemeine)

- Spaß an der Bewegung
- sozialer Kontakt
- allgemeine körperliche Fitness


Dauer Durchführung Planung

- Raum   => hell, belüftet, beheizt, Fußboden, Toilette
- Geräte => Keulen, Bälle, Luftballons, Bänder, Schwungtuch, Hocker,
            Pezzibälle, Sprossenwand, Bänke, Stäbe, Reifen, Seile,
            Teppichfliesen
- 1. Treffen zur Information (Kaffee) über Termine und Ziele
- Adaptationsphase    => Motivation aufbauen, langsam beginnen, 
                         kennenlernen => 4 Stunden
- Aufbauphase         => mehr Belastung, Ziele durchziehen
- Stabilisationsphase => erreichtes Niveau halten oder verbessern
- verbinden mit Gesprächskreis


Stundenaufbau

- Einleitung => Aufwärmen, Lockern, Dehnen
- Hauptteil  => entstauende Maßnahmen
                Kräftigung (auch Beckenboden)
                Flexibilität
                Kondition
                Koordination
                Entspannung
- Ausklang   => Spiele (kein Wettkampf)
                Puls normalisieren
                entspannen
                Beckenboden schließen


                             Senkung

Befestigung:   - Lig. rotundrum
               - Lig. cardinale
               - Lig. sacro uterinum
               - Lig. recto uterinum
               - Diaphragma pelvis (innerste Schicht BBM)
                 => M. levator ani
               - Diaphragma urogenitalis (mittlere Schicht BBM)
                 => M. transversus peronaeus profundus
               - äußerste Schicht BBM
                 => M. bulbocavernosum
                    M. spincter ani externus
                    M. ischiocavernosum
               - Sog vom Zwerchfell


Beckenbodentraining      - im Stand "Auf und zu"
                         - gute ASTE => RL, Beine angestellt
                                        BL, Kissen unter Bauch
                                        VFST
                                        Knie-Ellenbogen-Stütz
                                        Kerze
                                        Hocker
                                        Pezziball

                         - bei Kontraktion (Fahrstuhl) wird die
                           Levatorspalte eng und lang


Ursachen: - Atrophie und Erschlaffung der Stütz- und Muskelgewebe
            infolge Östrogenmangels in der Menopause
          - Verletzung und Überdehnung durch Geburten
          - anlagebedingte Gewebsschwäche
          - Adipositas
     
Arten:    - Zystozele  => vordere Scheidenwand + Blase + Uterus
                          Inkontinenz + Entzündungen
          - Rectozele  => hintere Scheidenwand + Darm + Uterus
                          Obstipation
          - Prolaps    => Uterus ragt aus der Scheide


Therapie  - OP         => abdominale HE (vaginale)
                          bei Prolaps => Kolpokleises => zunähen
          - konserv.   => Pessar (stützt)
                          Kugeln (Stimulation zur Kontraktion)

          Ziele

          - Beckenbodenspannung bei Alltags- und Gebrauchsbewegungen
          - Sensibilisieren der BBM
          - BM-Kräftigung
          - Mobilisation
          - Dehnung => Add, Ext


                       Geburtsvorbereitung

- Information
- Geburtsstellungen
- Entspannung
- Beckenbewegungen
- Üben am Atem


                           Information

- Öffnung groß genug weil Steißbein durch hormonellen Einfluß 
  nach hinten weicht
- Bei Geburt LWS in Kyphose => Babyrutsche
  bei Lordose muß das Baby übers Promontorium
- Eröffnungswehen öffnen Mutermund auf ca 8 cm (60 sec)
- Übergangswehen öffnen Mutermund auf ca 10 cm (90 sec)
- dann Austreibungs- und Nachwehen


                        Körperwahrnehmung

durch:    - Körperempfinden
          - Bewegungsabläufe
          - Körperhaltungen
          - Atembewegungen
          - Spannungszustand

Prinzip der Entspannung: Hinlenken des Bewußtseins durch Konzentration
                         auf den Körper und dessen Funktionen
                         Anspannung <=> Entspannung
                         fühlen, spüren

                         z.B. => Sack unter Sacrum (Scapula)
                                 alle Kanten spüren durch leichte
                                 Bewegungen
                              => Sack auf Bein, Knie, Fuß balancieren


                          Üben am Atem

- Frequenz optimal bei 6-8 pro min => mehr Sauerstoff für das Kind
- Hecheln nur wenn Muttermund nicht offen oder der Kopf nicht
  richtig steht => Hyperventilieren vermeiden
- Vorteile der kyphosierten LWS für die Einatmung:
  Entspannung
  Uterus aufgerichtet
  Beckenboden offen



               Spannungsregulierung (Entspannung)

- spüren verschiedener Materialien (Ball. Rolle, Bohnensack)
  in Rl, BL, Reed'sche Sl (am besten links) mit Hilfe Partner
- besonders für das Becken => RL, Partner hält Beine in 90/90 und
                              bewegt sie in alle Richtungen
                              (auch ein Bein ausgestreckt und nur 
                              anderes bewegen und streicheln)

               Auswirkungen der RL bei der Geburt

- Kompression der V. cava inferior
  Kompression der Aorta
  => RL-Schocksyndrom => Mutter Hypotonie
                      => fetale Minderversorgung
                      => Bewußtlosigkeit der Mutter

- Verschlechterung der Atmung
  => fetale Minderversorgung

- Geburtskanal enger
- Beweglichkeit Becken und LWS eingeschränkt
- Verlust der Sensomotorik => Passivität
- Unterdrückung der Positionsreflexe
- vermehrtes Unbehagen/Schmerzempfinden
  => Verlängerung der Geburt


             Vorteile der vertikalen Geburtsstellung

- Einwirkung der Schwerkraft
- nur effektive Wehen
- subjektives Empfinden besser
- Beckenboden kann sich besser öffnen

=> die beste Versorgung für das Kind ist in der linen Seitlage gegeben  



                        Geburtsstellungen

Vorbereitung   - angelehnter Hocksitz
               - Reitsitz
               - Knien mit aufgestützten Armen (auf Stuhl)
               - tiefe Hocke mit festhalten
               - hängen am Seil
               - Knie-Ellenbogen-Stand mit erhöhten Ellenbogen
               - sitzen auf der Balance-Variable
               - Stehen, Hände auf OS gestützt
               - seitlich am Körper des Partners hängen


Austreibung    - Gebährhocker MAIA
                 => Füße auf Boden, OS in ABD/AR => Beckenboden offen
                 => BWS Ext, Partner dahinter
               - offene Seitlage
               - aufgerichtete Rl, Beine hochgestellt
               - Hocke


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